Im UEFA-Supercup am 12. August 2026 in der Red-Bull-Arena wird erstmals ein Titel im europäischen Klubfußball in Salzburg vergeben. Davor war Österreich schon sechs Mal - jedes Mal im Wiener Prater - Schauplatz von internationalen Finalduellen auf Vereinsebene. Dabei gab es absolute Weltklassekicker zu sehen, eine faustdicke Sensation und sogar ein Endspiel, das einem Geisterspiel gleichkam.
Am 29. April 1970 verirrten sich bei strömendem Regen gerade einmal 7.968 Zuschauer zum Finale des Cups der Cupsieger, das Manchester City gegen Gornik Zabrze mit 2:1 gewann. Diversen Quellen zufolge gab es abgesehen von der Coronazeit nur ein Europacupfinale mit einer geringeren Besucherzahl - 4.750 bei Dinamo Tiflis gegen Carl Zeiss Jena 1981 im Cup der Cupsieger in Düsseldorf. ManCitys Erfolg wurde nicht einmal in England live übertragen, weil es eine zeitliche Überschneidung mit dem Wiederholungsspiel des FA-Cup-Finales gab.
Madjer ferserlte Porto zur Sensation gegen Bayern
Über 70.000 Fans fanden sich im Praterstadion am 27. Mai 1964 ein, als sich das von Catenaccio-Papst Helenio Herrera gecoachte Inter Mailand im Meistercup-Finale gegen Real Madrid mit 3:1 durchsetzte. Die große Zeit des Weißen Balletts war damals schon vorbei, dennoch standen für die Spanier so klingende Namen wie Alfredo di Stéfano, Ferenc Puskas, Paco Gento oder José Santamaría auf dem Rasen.
Eine Sensation gelang dem FC Porto am 27. Mai 1987. Die Portugiesen triumphierten im Meistercup-Finale gegen den FC Bayern mit Lothar Matthäus und Andreas Brehme 2:1, und in Erinnerung blieb dabei vor allem das Ferslertor von Rabah Madjer zum 1:1.
Am 23. Mai 1990 war im Prater Arrigo Sacchis AC Milan in ihrer Blütezeit zu sehen. Der damalige Titelverteidiger bezwang im Meistercup-Endspiel Benfica Lissabon dank eines Treffers von Franck Rijkaard mit 1:0, im Team der Rossoneri kickten damals auch noch Ruud Gullit, Marco van Basten, Carlo Ancelotti, Franco Baresi oder Paolo Maldini.
Spaniens Goldene Ära in Wien begründet
Fünf Jahre später hatten die Mailänder im Champions-League-Finale gegen eine mit herausragenden Talenten bestückte Mannschaft von Ajax Amsterdam das Nachsehen. Clarence Seedorf, Edgar Davids, Marc Overmars und die De-Boer-Brüder spielten unter der Anleitung von Louis van Gaal, Joker Patrick Kluivert traf im Finish zum 1:0-Endstand. Beide Finalteams hatten in der Gruppenphase mit dem SV Salzburg durchaus Probleme.
Der Vorgängerklub von Red Bull Salzburg hatte am 26. April 1994 das Hinspiel im UEFA-Cup-Finale in der mittlerweile auf Ernst-Happel-Stadion umbenannten Arena gegen Inter Mailand mit 0:1 verloren. Auch im Rückspiel in Italien setzte es ein 0:1 für die Mozartstädter.
Ein denkwürdiges Endspiel gab es im Happel-Stadion auch am 29. Juni 2008 zu sehen. Fernando Torres schoss Spanien mit seinem 1:0 gegen Deutschland zum EM-Titel. Damit begann die große Zeit von La Roja - Xavi, Andrés Iniesta, Iker Casillas, Sergio Ramos und Co. ließen Triumphe bei der WM 2010 und der EM 2012 folgen.