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Flutlicht-Ärger, Verletzungssorgen, Abstiegskampf: Schwaben Augsburg droht ein düsterer Herbst

kicker

Auch nach dem siebten Spieltag in der Regionalliga Bayern wartet der TSV Schwaben Augsburg noch auf den ersten Saisonsieg. Nach dem 2:2-Unentschieden gegen die SpVgg Bayreuth haben die Schwabenritter erst zwei magere Pluspunkte auf ihrem Konto. Die Rote Laterne des Regionalliga-Schlusslichtes hängt weiter im Rosenaustadion.

"Es war eine sehr intensive und zweikampfgeprägte Partie, mit einem am Ende gerechten Unentschieden", lautete das Fazit von Schwaben-Spielertrainer Matthias Ostrzolek. Auch Max Wuschek, Sportdirektor bei den Violetten, sprach von einem "Remis, das so in Ordnung geht", ärgerte sich aber über die beiden Kopfballtreffer der Oberfranken. "Da waren wir nicht aufmerksam genug."

Am Ende hielt aber der tadellos haltende Keeper Maximilian Reil den Punkt fest. Der TSV Schwaben hat schon in der vergangenen Woche auf den schwachen Saisonstart reagiert und noch zwei Spieler verpflichtet. Die Schwabenritter eisten Levis Schaber vom Bayernligisten TSV Landsberg los. Erst in der Sommerpause war der 21-jährige Mittelfeldmann von der TSG Balingen zu den Obebayern gewechselt und kam in der laufenden Saison zu vier Einsätzen in der Bayernliga Süd.

Torwarttalent mit prominentem Namen

Einen kurzfristigen Abgang mussten die Schwaben allerdings auch hinnehmen: Torhüter Florian Rauh verabschiedete sich zum TSV Buchbach. Dafür kam mit Iason Drobny ein neuer, junger Keeper an die Stauffenbergstraße. Drobny (19) stand zuletzt bei Türkgücü München zwischen den Pfosten und ist der Sohn des früheren tschechischen Nationaltorhüters Jaroslav Drobny (u.a. Hamburger SV), der als Torwarttrainer bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern München arbeitet.

Auch in der vergangenen Saison trotzte der TSV allen Widerständen, steckte das Verfahren mit dem Bayerischen Fußballverband (BFV) wegen eines möglichen Abzuges von zwölf Punkten weg und schaffte als Neuling mit beachtlichen 40 Zählern den Klassenerhalt in der Bayerischen Königsklasse.

Fünfstellige Flutlichtstrafe

Auch in dieser noch jungen Saison droht den Schwabenrittern erneut Ungemach - denn aus der Münchner BFV-Zentrale kommen wieder Störfeuer. Nach Ansicht der Zulassungskommission des Verbandes verfügen weder die Schwaben noch Lokalrivale FCA II in der Rosenau über ein wettkampftaugliches Flutlicht (gefordert sind 400 Lux). Da beide Klubs diese Vorgabe bis zum Stichtag 31. August nicht erfüllen konnten, erhielten sie Post vom Verband: eine Strafzahlung in Höhe von 30.000 Euro. Ein Urteil, gegen das beide Augsburger Klubs Einspruch einlegen werden.

Trotzdem stellt sich die Frage. Gehen für die Violettten und den FCA II die Lichter aus? Offenbar müssen beide Klubs bis zum Saisonende alle Heimspiele am Samstag austragen.

Das traditionsreiche Stadion gehört der Stadt Augsburg. Seit Mitte der 1960er Jahre stehen die vier Flutlichtmasten in der Rosenau, die vor etwa 20 Jahren saniert wurden. Doch der Zahn der Zeit nagte hauptsächlich an den Lampen, die offenbar in Deutschland nicht mehr zu erhalten sind. Die Kosten für eine Komplettsanierung sollen bei 1,5 Millionen Euro liegen. Im städtischen Haushalt war dafür in diesem Jahr kein Platz mehr, wie es im kommenden Jahr aussieht, ist offenbar noch offen.

In Abstimmung mit den Verantwortlichen des FCA wird sich nun Schwaben-Präsident Hans-Peter Pleitner, von Beruf Rechtsanwalt, um das Problem kümmern.

„Vor allem der lange Ausfall von Kapitän Marco Greisel ist nicht zu kompensieren.“ (Sportdirektor Max Wuschek)

Doch zurück zur aktuellen sportlichen Situation. Die Augsburger leiden auch an der ellenlangen Verletztenliste. Was Wuschek glaubt: "Vor allem der lange Ausfall von Kapitän Marco Greisel (steht in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung) ist nicht zu kompensieren. Wir mussten daher noch was tun und auf die Ausfälle reagieren. Vom Typ her ist Levis ein ähnlicher Spieler wie Marco: aggressiv, zweikampfstark."

Noch passt die Stimmung im Schwabenlager, gegen Bayreuth wurde das Team von den Zuschauern mit Beifall in die Kabine verabschiedet. Damit das so bleibt, sollte aber möglichst schnell der erste Sieg eingefahren werden. Denn einen stürmischen Herbst können die Schwabenritter in ihrer derzeit prekären sportlichen Situation ganz und gar nicht gebrauchen.