Fehlercode: %{errorCode}

Fortuna Köln: Zwischen Tabellenspitze und Rassismus-Vorwurf

kicker

Manchmal bedarf es nur einer optimal harmonierenden Achse, um aus einer Durchschnitts- eine Topmannschaft zu machen. Beim SC Fortuna Köln ist es das Verständnis zwischen Linksaußen Rafael Garcia und Rechtsverteidiger Vleron Statovci. Nicht aus dem Spiel heraus, sondern nach Standardsituationen. Beim 3:0-Derbyerfolg in Bonn am Freitagabend gelang dem 22 Jahre alten Defensivmann sein viertes Kopfballtor in den letzten vier Spielen (zum 2:0/21.) - jeweils per Flanke vorbereitet von Routinier Garcia.

Die Kombination der beiden Sommer-Zugänge ist eine Waffe für den Klub aus dem Kölner Süden. "Natürlich trainieren wir das und sprechen es auch ab. Wir verstehen uns blind, ich achte auf seinen Laufweg und versuche, den Ball dahin zu spielen. Dass es dann so gut funktioniert, ist umso erfreulicher für uns alle. Und es hebt auch die Stimmung in unserer Fahrgemeinschaft", berichtete Garcia nach dem Sieg in Bonn.

Beide Profis hatte die Fortuna aus der Konkursmasse des in der vergangenen Saison insolvent gegangenen 1. FC Düren verpflichtet - und damit echte Glücksgriffe gemacht. "Wir verstehen uns sehr gut. Wir fahren immer zusammen zum Training und unternehmen privat vieles gemeinsam. Die Chemie stimmt einfach", so Statovci. "Wir trainieren die Flanken und Kopfbälle natürlich. Ich scheue mich vor keinem Luftduell. Es ist eben aber auch eine Teamleistung. Wenn die Bälle nicht so gut kämen, könnte ich nicht so gut köpfen."

Dank des 3:0-Erfolgs in Bonn - die weiteren Torschützen waren Nico Thier (1:0/17.) und Hamadi Al Ghaddioui (3:0/27.) - darf die Fortuna die kommenden Tage gemeinsam mit Aufsteiger Sportfreunde Siegen an der Tabellenspitze verbringen. Das Derby vor Rekordkulisse im Sportpark Nord - 3763 Zuschauer waren zu Gast - wurde mit Blick auf den am kommenden Wochenende in Bonn stattfindenden Jahrmarkt "Pützchens Markt" vorverlegt. Nun hat der Spitzenreiter über eine Woche Zeit zur Vorbereitung auf das Duell der Aufstiegsanwärter im Südstadion mit dem 1. FC Bocholt (16. September, 19.30 Uhr). Die Kölner hoffen auf den dritten Sieg in Serie.

Düsseldorf drängt auf Konsequenzen

Allerdings schwelt in Zollstock ein Problem, das die sportlich gute Situation schnell wieder überschatten könnte: die mutmaßlich rassistische Äußerung von Kölns David Haider gegen den Düsseldorfer Mechak Quiala Tito beim 3:2-Sieg des Südstadt-Klubs über die Zweitvertretung am 30. August. Während Köln den Vorwurf des Lokalrivalen wiederholt energisch zurückgewiesen hat, drängt Düsseldorf auf sportgerichtliche und juristische Konsequenzen.

Der SC Fortuna hatte mitgeteilt, dass man nach ausführlichen Gesprächen "keine Anhaltspunkte" für eine rassistische Äußerung Haiders gefunden habe, der Klub sieht die Angelegenheit "intern als abgeschlossen an". Extern ist sie das keineswegs. Einerseits hat der Westdeutsche Fußballverband ein Verfahren eingeleitet, beide Klubs sind aufgerufen, Stellungnahmen abzugeben, nachdem sich Quiala Tito in der Schlussphase der Partie hatte auswechseln lassen - wegen der vermeintlich rassistischen Beleidigungen. Zudem hat Fortuna Düsseldorf angekündigt, Strafanzeige zu erstatten.