Enntäuscht trat Laura Freigang nach der 0:3-Niederlage bei Real Madrid vor das Mikrofon. "Wir hatten uns viel vorgenommen", erklärte die 27-Jährige. Schließlich war der Optimismus groß bei Eintracht Frankfurt, den Spieß nach einer alles andere als schlechten Leistung im Hinspiel (1:2) doch noch irgendwie umdrehen zu können. "Wer weiß, was in der Madrider Nacht noch alles passiert", hatte Trainer Niko Arnautis vor dem Spiel trotz der Hypothek gesagt.
Doch in dieser Nacht im Estadio Alfredo di Stefano lief so gut wie alles gegen die Frankfurterinnen. Früh gelang Real das 1:0, nachdem Geraldine Reuteler zuvor noch die frühe Chance auf den Ausgleich im Gesamtresultat liegen ließ. Danach machte die Eintracht zwar das Spiel, blieb jedoch offensiv ideenlos, während effiziente Madrileninnen den zweiten Treffer nachlegten und damit schon in der ersten Halbzeit für die Vorentscheidung sorgten.
"Was sie für eine individuelle Klasse haben, das ist unfassbar", staunte Freigang, die schnell erkannte, warum es für ihre Mannschaft letztlich nicht gereicht hat: "Uns hat der letzte Biss gefehlt vorne in der Box. Wir haben nicht so zielstrebig gespielt" und auch "der letzte Punch" sei nicht vorhanden gewesen, bemängelte die Kapitänin. "Wenn es ein Jetzt-oder-nie-Spiel ist, darfst du das danach nicht sagen müssen. Da musst du alles gegeben haben. Ich weiß aber nicht, ob wir heute alle sagen können: Mehr ging nicht. Und das ist dann immer extrem bitter."
Trostpflaster Women’s Europa Cup
Immerhin ein kleines Trostpflaster, auch wenn Arnautis von dieser Formulierung nichts hören wollte, bleibt für die Eintracht: Die internationale Reise der SGE geht im neu geschaffenen Women's Europa Cup, der vollständig im K.-o.-Modus ausgetragen werden wird, weiter. Nach der Auslosung am Freitag (15 Uhr) kennt der Bundesligist dann auch seinen ersten Gegner in diesem Turnierformat, gegen den er im Oktober in Hin- und Rückspiel antreten wird.
"Ich finde, wir gehören in den internationalen Wettbewerb, deswegen bin ich froh, dass wir uns so dort weiter zeigen können", ließ Freigang gegenüber den vereinseigenen Medien wissen und hofft, in diesen Partien dann auch "eine Reaktion auf die beiden Spiele" gegen Real zeigen zu können.
Obwohl es natürlich nicht die Königsklasse ist, würden diesen Wettbewerb "auch gerne viele spielen und deshalb wollen wir natürlich sehr weit kommen", versucht Trainer Arnautis angesichts dieser Gegebenheit trotz der Enttäuschung auch etwas Positives hervorzuheben. "Ich glaube, dieser Wettbewerb wird hinten heraus sehr spannend werden. Wenn du da weit kommst oder vielleicht sogar einen Titel gewinnst", dann könne es für seine Mannschaft nicht viel besser laufen, und deshalb "werden wir das auch versuchen", verspricht der Trainer.