Laura Freigang macht einen aufgeräumten und erholten Eindruck, als sie am Dienstagabend im Kantgaragen-Palast im Berliner Stadtteil Charlottenburg zu einem PR-Termin des EM-Partners Lidl antritt. Die Offensivspielerin von Eintracht Frankfurt hat die Zeit nach den beiden jüngsten Nations-League-Partien der deutschen Nationalmannschaft in Österreich (6:0, mit einem Freigang-Tor) und gegen die Niederlande (4:0) dazu genutzt, um auf Mallorca nochmal kurz die Seele baumeln zu lassen.
"Sehr wichtig" sei der Kurzurlaub gewesen, sagt die 27-Jährige, "gerade im Kontext der vergangenen drei Jahre, in denen jeden Sommer ein Turnier stattgefunden hat. Fit gehalten habe ich mich trotzdem, es ist immer noch ein Turniersommer. In ein anderes Umfeld zu kommen und nicht so viele Termine zu haben, tut einem aber ganz gut."
Von sofort an gilt der Fokus Freigangs und ihrer Kolleginnen dem EM-Turnier in der Schweiz, das für das DFB-Team am 4. Juli in St. Gallen mit der Partie gegen Polen beginnt. An diesem Donnerstag trifft sich die Mannschaft in Herzogenaurach zur finalen Phase der Vorbereitung. "Wir werden viele taktische Dinge machen, und es werden auch noch ein paar harte Einheiten auf uns zukommen", sagt Freigang über die Schwerpunkte, "wir haben schon ein gutes Basis-Level, jetzt geht es an die Feinheiten."
Wie Freigang Polen einschätzt
Wenn auch die sitzen, dann sieht die Offensivspielerin, die in der abgelaufenen Bundesliga-Saison für Eintracht Frankfurt 14 Treffer erzielte, mit großer Zuversicht entgegen. "Wir glauben an den Titel", betont Freigang, "es ist nicht so, dass wir den Anspruch haben, es ist ein hartes Turnier. Und mit Ansprüchen spielt es sich nicht immer am besten. Aber wir wissen, dass wir dieses Ziel erreichen können. So muss man auch in ein Turnier gehen, mit der absoluten Überzeugung."
Der deutschen Gruppe C mit Dänemark, Schweden und Polen begegnet die gebürtige Kielerin, die in bisher 39 Länderspielen 17 Tore erzielte, mit Respekt, aber auch mit der Gewissheit, dass das DFB-Team sie überstehen kann. "Wir haben eine gute Gruppe erwischt, aber gerade Schweden ist natürlich eine Riesen-Herausforderung", stellt Freigang klar. Den ersten Gegner Polen - mit der ehemaligen Wolfsburgerin Ewa Pajor, die jetzt in Barcelona spielt, - ordnet Freigang wie folgt ein: "Es ist Polens erste EM. Sie werden mit einer großen Begeisterung ins Turnier gehen. Sie haben einige gute individuelle Spielerinnen und kommen aber auch über die Mannschaft."
Zu den Anwärtern auf den Titel zählt die Offensivspielerin neben dem DFB-Team vor allem Spanien, Titelverteidiger England und auch Frankreich. Aber bei einer EM gebe es viele Teams, die den Titel angreifen könnten, so Freigang weiter, "man darf gegen keinen Gegner vom Gaspedal runtergehen".