Gennaro Gattuso wünscht sich mehr italienische Fußballer in der Serie A. "Es spielen nur wenige Italiener hier, das zeigt die Bilanz zum Saisonstart. Ich wünsche mir, mehr Italiener in der Serie A zu sehen", sagte der 47-Jährige vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Estland am Freitag (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker).
Die Diskussion ist wahrlich nicht neu und wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder geführt. Doch wie sieht die Datenlage aktuell in Europas Topligen dazu aus (ausgewertet wurde jeweils der 1. Spieltag in den vergangenen fünf Spielzeiten)?
Tatsächlich spielten in der Serie A zum Saisonauftakt gerade einmal 98 Italiener, während 217 Spieler aus anderen Nationen auf dem Feld standen. Das entspricht einer Quote von 68,9 Prozent. In der Saison 2021/22 lag diese Quote in Italien "nur" bei 61,4 Prozent.
Doch wie sieht es in den anderen Topligen aus? In Europa wird die Serie A tatsächlich nur von der Premier League getoppt. Am 1. Spieltag waren von den 299 eingesetzten Spielern gerade mal 78 aus England. Die Legionärsquote lag damit bei 73,9 Prozent - also nur noch jeder vierte Spieler kam aus England. Damit ist die Premier League die "internationalste" Liga.
La Liga sticht heraus
Ein komplett anderes Bild zeichnet sich in Spanien. La Liga weist konstant die niedrigsten "Ausländerquoten" auf. Zum Start in die Saison lag der Anteil an Spielern aus dem Ausland bei 39,4 Prozent. 310 Spieler wurden eingesetzt - davon 188 Spanier und lediglich 122 Legionäre. Auch die Werte aus den letzten vier Jahren sind ähnlich (zwischen 39,7 und 43,6 Prozent).
Bundesliga im Mittelfeld
Die Bundesliga bewegt sich bei der Auswertung eher im Mittelfeld. Am 1. Spieltag waren 277 Spieler im Einsatz, davon kamen 109 aus Deutschland und 168 aus dem Ausland. Dies entspricht einer Quote von 60,6 Prozent. In den Jahren zuvor bewegte sich die Quote zwischen 52,9 (2024/25) und 61,8 Prozent (2022/23). Auf ähnlichem Niveau bewegt sich die Ligue 1 mit Quoten zwischen 56,2 und 59,2 Prozent in den vergangenen fünf Spielzeiten.
Wo können die Nationalspieler also besser reifen? Für die heimische Liga spräche, dass Spanien ja immerhin amtierender Europameister ist. Allerdings traf die Furia Roja im Endspiel in Berlin (2:1) auf England. So dürfte die Legionärsquote wenig aussagekräftig sein bezüglich des Erfolgs des Nationalteams.