Mit dem VfB Empor Glauchau wird ab August ein interessanter und ambitionierter Staffel-Neuling in der Oberliga NOFV-Süd für frischen Wind sorgen. Der vor 15 Jahren aus einer Fusion des VfB Glauchau und des SV Empor Glauchau hervorgegangene Verein ließ in der Saison 2024/25 nicht nur mit dem Gewinn des Sachsen-Meistertitels aufhorchen. Die Mannschaft hatte auf dem Weg ins Sachsenpokal-Halbfinale gegen Drittligist FC Erzgebirge Aue (0:3) im vergangenen Herbst überraschend auch den benachbarten Regionalligisten FSV Zwickau mit einem 2:1-Heimsieg aus dem Wettbewerb geworfen.
Den Schwung ihrer bislang erfolgreichsten Saison wollen die Westsachsen nun auch mit in die fünfte Liga nehmen. "Wir sind 2020 mit der Erwartung in die Sachsenliga aufgestiegen, uns da festzusetzen und zu etablieren. Dann sind wir von Jahr zu Jahr besser geworden. Wir haben ein super Team- und Vereinsgefüge. Das passt wunderbar zusammen. Und jetzt sind wir da, um die Oberliga aufzumischen", sagt der Vereinsvorsitzende Patrick Jahn.
Trainer Nico Quade, der in Glauchau vor einem Jahr für den zu Budissa Bautzen gewechselten Steve Dieske übernahm, kennt die Oberliga von seinen vorherigen Stationen FSV Zwickau (2010 bis 2012) und VFC Plauen (2016 bis 2017). "Das wird Fußball auf einem höheren Level. Das geht von einer schärferen Zweikampfführung bis zu schnellerem Umschaltspiel. Darauf musst du vorbereitet sein", sagt er. Optimismus schöpft Nico Quade aus der Tatsache, dass sich sein Team bereits in der zurückliegenden Saison stets weiterentwickelt hat.
Quartett mit höherklassiger Erfahrung
"Wir hatten einige neue Spieler und mussten da erstmal etwas zusammenbauen. Von Oktober an ist die Mannschaft immer besser und stabiler geworden", erklärt der Trainer. Ihr Meisterstück machten die Glauchauer im Mai, als sie innerhalb von acht Tagen sowohl gegen Handwerk Rabenstein (3:2 nach 0:2-Pausenrückstand) als auch gegen Dresden-Laubegast (2:0) gewannen. "Wenn du die direkten Konkurrenten innerhalb von einer Woche beide schlägst, hast du den Aufstieg absolut verdient", steht für Kapitän Jonas Mack fest.
Der 27-jährige Mittelfeldspieler, der für Bautzen und Neugersdorf vor einigen Jahren in der Regionalliga auflief, gehört ebenso wie Marcin Sieber (Erzgebirge Aue/VfB Auerbach), André Luge (Jahn Regensburg/FSV Zwickau) und Marian Albustin (VFC Plauen) zu den Kickern im Team mit höherklassiger Erfahrung. Dazu kommen etliche junge Spieler, die in unmittelbarer Nähe beim Chemnitzer FC, FC Erzgebirge Aue oder FSV Zwickau ausgebildet wurden.
Bester Torschütze in der Meistersaison der Sachsenliga war Lucien Hertel mit 13 Treffern. Auffällig ist zudem, dass gleich sechs Glauchauer jeweils fünfmal getroffen haben. Die vorzeitige Meisterschaft hat der VfB Empor genutzt, um bereits vier Neuzugänge unter Dach und Fach zu bringen. "Wir werden uns vor allem im Zentrum verstärken", ließ Patrick Jahn wissen, ohne schon Namen zu nennen. Grünes Licht gab es für den Verein auch schon in Sachen Spielstätte. Demnach sind nur einige Kleinigkeiten im Sportpark nachzubessern.