"Freiberg ist für mich die stärkste Mannschaft der Liga", sagte Frank Fürniß. Walldorfs Geschäftsführer Sport ist dennoch voll des Lobes für die eigene Mannschaft, die trotz der 1:3-Niederlage spielerisch erneut einen ansprechenden Auftritt hinlegte. "Wir haben dieses Jahr einiges an Potenzial in unserem Kader, nun gilt es, Konstanz in unsere Leistungen zu bekommen", so Fürniß weiter.
Wie es gehen kann, zeigten die Astorstädter vor einer Woche beim 3:1-Erfolg in Homburg trotz 0:1-Pausenrückstand und nochmals eine Woche zuvor beim sensationellen 4:0-Derbysieg gegen den SV Sandhausen. Beides Siege gegen vermeintliche Kandidaten für die Spitzengruppe, die herausstechen und ein warnendes Beispiel für die Konkurrenz waren und sind.
Das bestätigte Freibergs Trainer Kushtrim Lushtaku in der Pressekonferenz am Freitag und pustete dementsprechend tief durch: "Ich bin sehr froh, weil ich weiß, wie schwierig es ist, in Walldorf etwas mitzunehmen", sagte Lushtaku. Seinem Walldorfer Trainerkollegen Andreas Schön zollte er großen Respekt und fügte hinzu: "Vor allem in der ersten Halbzeit haben sie uns keine Räume gelassen, es mit ihrem Steil-Klatsch-Tief überragend gemacht und ein klares Schema erkennen lassen."
Schön bedankte sich für die "netten Worte" und sprach von einem "aufgrund der zweiten Halbzeit, in der Freiberg über 25 Minuten ein wahnsinniges Tempo gegangen ist, verdienten Sieg." Seinen eigenen Schützlingen attestierte er, "ab dem 0:1 (9.) bis zur Pause ein sehr gutes Spiel."
In den entscheidenden Momenten fehlte einfach das nötige Quäntchen Glück. Außer Felix Kendels Ausgleich zum 1:1 (45.+3) wollte trotz guter Gelegenheiten kein weiterer Treffer gelingen. Freiberg agierte dafür genauso abgezockt, wie man es von einem verlustpunktfreien Spitzenreiter erwarten durfte. Tino Bradara (9.), Ryan Adigo (60.) und Matt Zié (73.) steuerten die Tore zum sechsten Saisonsieg bei.
Englische Woche vor der Brust
Gleichzeitig war der 6. Spieltag der Auftakt zu einer englischen Woche. Am Dienstag gastieren die Astorstädter beim Landesligisten TSV Tauberbischofsheim im Achtelfinale des badischen Pokals, ehe es am Samstag darauf nach Fulda Lehnerz geht. Im Pokal winkt ein Viertelfinale beim Drittligisten SV Waldhof Mannheim, was angesichts der Auslosung die wahrscheinlichste Variante darstellt.
Die positiven Eindrücke aus Walldorf erhalten von der personellen Seite neue Nahrung, da die Talsohle mit zeitweise über einer Handvoll Verletzten durchschritten scheint. Yannick Thermann ist nach überstandenem Muskelfaserriss zurück und spielte gegen Freiberg bereits 45 Minuten. Sommerneuzugang Wycliff Yeboah steht kurz vor seinem Debüt. "Er ist vergangene Woche langsam ins Mannschaftstraining zurückgekehrt", sagte Schön. Vizekapitän Roman Hauk, Innenverteidiger Bennet Schieber und Mittelfeldstratege Theodoros Politakis fehlen länger.