In über 500 Pflichtspielen stand Pep Guardiola bereits an der Seitenlinie von Manchester City. In diesem Juni aber tat der Katalane etwas, was er bislang bei den Skyblues vermieden hatte: selbst einen Kapitän zu wählen.
In der Vergangenheit hatte Guardiola seinem Staff sowie den Spielern die Möglichkeit gegeben, für die fünf Spieler zu stimmen, die den Klub anführen sollten. Mit dieser Tradition brach Guardiola nun - und ließ dabei tief blicken. "Ich bin in dieser Saison der Trainer und habe zum ersten Mal in meiner Karriere entschieden, dass ich den Kapitän bestimmen werde. Mir hat nicht gefallen, was in der letzten Saison passiert ist."
Der an der Seitenlinie stets exzentrische Coach ging nicht näher auf seine Aussage ein. Doch freilich war damit die Kapitänsrolle von Kyle Walker in der vergangenen Saison gemeint, mitten in der Saison ließ sich der Engländer ohne Einverständnis von Guardiola zur AC Milan verleihen. Dessen Nachfolger Kevin De Bruyne verließ den Klub in diesem Sommer ablösefrei gen Neapel.
Deswegen erklärte Guardiola das Kapitänsamt nun zur Chefsache. Und entschied sich hinter Bernardo Silva, Ruben Dias und Rodri ganz bewusst für Erling Haaland. "Er ist so jung, deswegen muss er erst einmal lernen, was es bedeutet, Kapitän zu sein. Er wird hoffentlich für viele, viele Jahre hier sein, und deshalb wird er früher oder später diese Position einnehmen. Wenn man Bernardo Silva, Ruben Dias und Rodri hat, plus Ilkay Gündogan, der im Triple-Jahr ein unglaublicher Kapitän für uns war, wird er lernen", ist Guardiola überzeugt.
„Das ist es, was man als Kapitän tun muss.“ (Pep Guardiola)
Für die kommende Saison habe sich Guardiola vorgenommen, "manchmal der Chef zu sein". Die Wahl seiner Kapitäne ist der Anfang. "Das Kapitänsamt - es ist manchmal kompliziert, aber gleichzeitig so einfach. Man muss die Mannschaft, die Teamkollegen und den Verein immer vor sich selbst stellen. Man muss sich immer fragen, was das Beste für die Mannschaft ist, und wenn man sich entscheidet, was das Beste für die Mannschaft ist, darf man nie einen Fehler machen, nie, niemals. Das ist es, was man als Kapitän tun muss."
Deswegen wird bei der Klub-WM auch Bernardo Silva das Team aufs Feld führen. "Er war viele Jahre lang eine unglaubliche Figur für uns hier, weil er in den schlechten Momenten wusste, einen Schritt nach vorne zu machen und ein Beispiel auf dem Platz zu sein, wenn er etwas zu mir als Trainer oder zu seinen Mitspielern sagen musste."