Der Sportklub Hakoah stand längst als Meister der ersten Profi-Fußballmeisterschaft in Österreich (und auf dem europäischen Festland) fest, als er am 27. Juni 1925 endlich auch den Meisterpokal in Empfang nehmen durfte. Die zierliche Silbertrophäe, die die Hakoah-Stars Guttmann, Nemes & Co. den Anhängern entgegenstreckten, war nicht etwa von der Liga gestiftet, es war der jüdische Metallwarenfabrikant Josef Rosenthal und seine Frau Else, die - wie die Gravur noch heute bezeugt - der Meistermannschaft den Pokal widmete.
Als die Hakoah nach dem Einmarsch Hitlers im März 1938 von einem auf den anderen Tag ausgelöscht wurde und auch den Mitgliedern des größten jüdischen Sportvereins der Welt nur noch die (viel zu oft nicht gelungene) Flucht blieb, konnte der Silberpokal nach Israel gerettet werden, wo er im Maccabi Museum von Ramat Gan ein Zuhause fand.
Hakoah-Gala auf der Hohen Warte
Am Mittwoch wird der Meisterpokal von 1925 erstmals nach fast 90 Jahren wieder in Wien zu sehen sein. Anlass ist eine große Hakoah-Gala auf der Hohen Warte zum 100-Jahr-Jubiläum des Titelgewinns. Adi Rubinstein, der Kurator des Museums, wird dabei nicht nur über die Geschichte des Pokals erzählen, er wird als Repräsentant der Maccabi World Union, der die 1945 wiederbelebte Hakoah angehört, auch die Verleihungen des Hakoah Excellence Award für zwei der aktuell erfolgreichsten Hakaoh-SportlerInnen vornehmen - den Judoka Stephan Hegyi und die Schwimmerin Aviva Hollinsky vornehmen. Den Lifetime Achievement Award für seine Verdienste um die Hakoah erhält Fred Sinai.
Den SportlernInnen soll auch der Reinerlös der Veranstaltung zukommen, wie Vizepräsident Daniel Fuchs erklärt: "Wir wollen die Trainingsmöglichkeiten in unserem Sportcenter verbessern, etwa das Schwimmbad zum Sportbecken ausbauen oder eine Tennis-Traglufthalle errichten, die einen ganzjährigen Betrieb ermöglicht. Unsere ParadesportlerInnen wollen wir auf ihrem Weg zu den nächsten Olympischen Spielen unterstützen."
Kunst, Kultur & viel Fußball
Weil die Hakoah immer aber auch schon nicht nur für Sport, sondern auch für Kunst und Kultur stand, sorgen auch viele Kulturschaffende für ein abwechslungsreiches Programm. Alfons Haider führt durch den Abend, Erwin Steinhauer wird ebenso auftreten wie Marika Lichter und Shmuel Barzilai, der Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien.
Vom Who-is-Who aus der heimischen Fußballszene haben sich angesagt: ÖFB-Geschäftsführer Thomas Hollerer, Bundesliga-Vorstand Alex Schwärzler, der Wiener Verbandspräsident Robert Sedlacek, Hartberg-Präsidentin Brigitte Annerl, Rapid-Präsident Alexander Wrabetz mit seinen GeschäftsführerInnen Daniela Bauer und Steffen Hofmann, Hausherr Kurt Svoboda von der Vienna, Sturm-Geschäftsführer Thomas Tebbich, der - als Gegenstück zum Meisterpokal 1925 - den Meisterteller 2025 mitbringen wird, sowie Franz Hasil, der von seinen Erlebnissen mit Bela Guttmann erzählen wird, dem Star der Hakoah-Meistermannschaft, der in den 1960er-Jahren Benfica Lissabon zu zwei Europacup-Triumphen führte und kurz auch ÖFB-Teamchef war.