Einen leichten Stand hatte Oscar Gloukh nach seinem millionenschweren Wechsel von Red Bull Salzburg zu Ajax Amsterdam nicht beim niederländischen Rekordmeister. Am Israeli haftet seit dessen Ankunft ein Preisschild von rund 15 Millionen Euro. In den ersten Spielen, in denen Gloukh nicht über die Jokerrolle hinauskam, blieb er weitestgehend blass. Nicht aber beim Spitzenspiel bei PSV Eindhoven.
Trainer John Heitinga brachte Gloukh zur Pause für Kasper Dolberg ins Spiel, allerdings auf ungewöhnlicher Position. Gloukh agierte als falsche 9, nahm aber prompt Einfluss aufs Spiel. So hatte er in in der zweiten Halbzeit nicht weniger als 42 Ballkontakte, gegenüber 16 von Dolberg in Durchgang eins. Ex-Profi Kees Kwakman meinte als ESPN-Experte: "Das war der Unterschied. Dolberg haben wir zuvor überhaupt nicht gesehen, Gloukh aber hat das Spiel an sich gerissen. PSV hatte Schwierigkeiten damit, dass er die Stürmerposition frei ließ."
In der Schlussphase belohnte sich Gloukh auch noch mit einem Treffer. Aus halblinker Position wurde der 21-Jährige freigespielt, schüttelte seine Gegenspieler ab und spielte einen Doppelpass mit Kenneth Taylor. Vor PSV-Tormann Matej Kovar blieb Gloukh dann cool und schob zum 2:2-Ausgleich ein. Das Philips Stadion in Eindhoven verstummte, nur der Auswärtssektor tobte. "Das ist einer der Höhepunkte meiner Karriere", meinte Gloukh nach seinem ersten Treffer im Ajax-Trikot.
Salzburg vermisst Gloukhs Kreativität
Wo Gloukh bei Ajax in Zukunft zum Einsatz kommen soll, ist ungewiss. Sein Ausflug ins Sturmzentrum war wohl - trotz seines starken Auftritts am Sonntag - eher eine Ausnahme. Experten sehen ihn im Zentrum. "Dort muss er spielen", so Kwakman. Die Konkurrenz dort ist aber groß.
Während Gloukh also in Amsterdam für Furore sorgt, steckt sein Ex-Klub einmal mehr in der Krise. Nach der enttäuschenden 0:2-Pleite im Spitzenspiel gegen Meister Sturm liegen die Bullen nur auf Rang fünf der Tabelle. Nur elf Punkte nach sieben Partien, eindeutig zu wenig für einen Titelaspiranten. "Wir alle haben hohe Ansprüche an uns selbst. Wir selbst müssen performen, denn nur wir allein sind für die Stimmung verantwortlich", zeigte Trainer Thomas Letsch bei Sky sichtlich geknickt. Vor allem offensiv vermisst man die verlorengegangene Qualität und so auch die Kreativität von Gloukh.