Superstar Neymar steckt mit dem FC Santos im Abstiegskampf der ersten brasilianischen Liga fest, mit seinem einstigen Esprit kann der 33-Jährige nur noch selten die Fans bezaubern. 16 Punkte und der 22. Platz stehen aktuell zu Buche. "Das Wasser schlägt uns schon bis zum Hintern", musste auch Neymar gestehen. Nur die bessere Tordifferenz trennt Santos von dem ersten Abstiegsplatz.
In dieser prekären sportlichen Situation hat auch der Offensivspieler mit ungewohnten Problemen zu kämpfen. Die belegt schon ein schneller Blick in die Statistiken: Mittlerweile sammelte der 128-malige brasilianische Nationalspieler mehr Gelbe Karten als Torbeteiligungen. Bei der Nullnummer gegen Fluminense - seines Zeichens Klub-WM-Halbfinalist - am Sonntagabend holte sich der ehemalige Barca- und PSG-Spieler bei seinem zwölften Liga-Einsatz in der Saison seine vierte ab, darüber hinaus flog er einmal mit Gelb-Rot vom Platz.
Brasilien gegen Chile und in Bolivien
Dem gegenüber stehen beim sonst so erfolgsverwöhnten Neymar nur drei Tore und noch keine Vorlage sowie der Eindruck, das Spiel läuft häufig an Neymar vorbei. Als Konsequenz verzichtet der neue brasilianische Nationaltrainer Carlo Ancelotti auf den Künstler für die anstehenden wichtigen WM-Qualifikationsspiele gegen Chile in der Nacht auf Freitag (2.30 Uhr MESZ) und fünf Tage später in Bolivien - offiziell aus körperlichen Problemen.
Eine Entscheidung, die der 33-Jährige nicht ganz verstehen konnte. "Ich denke, dass ich außen vor blieb, ist Option des Trainers, das hat nichts mit meiner körperlichen Verfassung zu tun", ließ Neymar, der zuletzt aufgrund eines Blutergusses an den Adduktoren eine kurze Trainingspause einlegen musste, verlauten. Zuvor hatte Ancelotti den Ausschluss des Angreifers mit "einem kleinen Problem letzte Woche" begründet: "Wir alle kennen Neymar. Wir brauchen ihn in bester körperlicher Verfassung, damit er uns bei der WM helfen kann", erklärte Ancelotti.
So muss der Rekord-Torjäger der Selecao (79 Treffer) weiter auf sein 129. Länderspiel warten. Am 17. Oktober lief Neymar das letzte Mal für Brasilien auf. "Es ist die Entscheidung des Trainers. Ich respektiere sie. Ich bin raus, und jetzt liegt es an mir, die Nationalmannschaft zu unterstützen“, gibt sich Neymar optimistisch.
Reicht's für die WM 2026?
Bei der 0:2-Niederlage in Uruguay hatte der 33-Jährige eine schwere Knieverletzung (Kreuzbandriss) erlitten. Über ein Jahr war Neymar zum Zuschauen gezwungen - und erst jetzt scheint der 33-Jährige langsam wieder in eine bessere körperliche Verfassung zu kommen. Anfangs immer wieder von Muskelverletzungen ausgebremst, konnte Neymar zuletzt achtmal durchspielen.
Von seinem einstigen Leistungsniveau ist die Nummer 10 vom FC Santos - Nachfolger von Klub-Legende Pele - allerdings noch weit entfernt - und so macht sich beim emotionalen Brasilianer auch auf dem Platz immer mehr Frust breit. Egal, ob Freund oder Feind. Auch das ein oder andere Streitgespräch mit den Fans auf den Tribünen schreckte Neymar nicht ab.
Zuletzt machte zudem sein tränenreicher Abgang nach dem 0:6 gegen Vasco de Gama, der höchsten Niederlage seiner Karriere, Schlagzeilen. So bleibt es für Neymar ein weiter Weg bis zur anvisierten Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada.