Viel hatte sich der FC Erzgebirge Aue für das Auswärtsspiel in Osnabrück vorgenommen. Nichts weniger als die Trendwende nach drei Niederlagen in Serie sollte her. Am Ende standen die Sachsen jedoch wieder mit leeren Händen da, die Durststrecke verlängerte sich von drei auf nun vier Pleiten in Folge - noch dazu steckt der ehemalige Zweitligist in der Abstiegszone fest. Dabei, so betonte Cheftrainer Jens Härtel nach dem Spiel bei MagentaSport, habe sein Team doch gar nicht schlecht angefangen. "Wir haben so einen Aufwand betrieben und so ein gutes Spiel gemacht. Wir müssen uns in der ersten Halbzeit mit mindestens zwei Toren belohnen."
Die Realität sah jedoch anders aus: Torlos ging es in die Pause, danach ging der VfL mit zwei Treffern in Führung. "Du kriegst nach der Pause so ein Drecks-Standardtor", ärgerte sich Härtel, dem der Elfmeterpfiff wenig später ebenfalls nicht schmeckte: "In Cottbus gab es einen Elfmeter, der nicht eindeutig war, jetzt wieder."
Aber, das räumte der 56-Jährige unumwunden ein, am Ende "haben wir trotzdem wahrscheinlich wieder zwei, drei Fehler zu viel gemacht".
Heidrich ohne klares Bekenntnis
Was bedeutet das nun, vor allem für ihn selbst? Härtel gab sich bei der Frage nach seiner Zukunft betont gelassen. "Das kann ich ja nicht beantworten. Mir macht es Spaß, ich gebe Gas. Aber wenn du vier Niederlagen in Folge hast und auf einem Abstiegsplatz stehst - was niemand erwartet hat - dann ist es klar, dass über den Trainer diskutiert wird. Das ist völlig legitim und gehört zum Geschäft dazu", betonte er.
Sport-Geschäftsführer Matthias Heidrich nahm nach dem Spiel zunächst die Mannschaft in die Pflicht: "Natürlich wird es durch die Ergebnisse nicht angenehmer, und wir müssen Fragen beantworten. Die wichtigsten Fragen müssen wir aber der Mannschaft stellen - und die werden auch gestellt." Ein klares Bekenntnis zu Härtel gab er jedoch nicht ab: "Jens kennt das Geschäft. Wenn wir keine Ergebnisse holen, wird alles umgedreht. Dazu gehört alles dazu. Es liegen ein paar Fakten auf der Hand, die nicht wegzudiskutieren sind, aber auch subjektive Wahrnehmungen zu den Ergebnissen und der Art und Weise. Diese gilt es übereinander zu legen. Wir werden alles ergebnisoffen diskutieren."