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Hirschwang mutig ins Duell David vs. Goliath: "Wir haben keine Fallhöhe"

kicker

Thomas Leonhardsberger wirkt ruhig und gelassen, als ihn der kicker im Vorfeld der Cup-Partie gegen Bundesligist Altach erreicht. Man könnte meinen, der Hirschwang-Trainer bereitet sich auf ein gewöhnliches Ligaspiel vor. Doch dem ist nicht so. Denn seine Mannschaft kickt gleich vier Klassen tiefer als der SCR Altach. Für den 47-Jährigen und seine Spieler aber kein Grund, in Panik zu verfallen - im Gegenteil: Der Verein aus dem 300-Seelen-Dorf Hirschwang im Süden Niederösterreichs fiebert dem Spiel am Samstag (17 Uhr) entgegen. "Es tut sich was in der Gegend. Es sind unglaublich schöne Stunden, und Momente. Wir freuen uns riesig auf das Spiel und wollen das auch genießen", schildert Leonhardsberger.

Der Klub aus der 2. Landesliga Ost (fünfte Leistungsstufe) hat sich über den niederösterreichischen Meistercup qualifiziert und somit das Ticket für die erste Runde im ÖFB-Cup gelöst. "Das ist für unseren Ort und die Leute hier einfach unglaublich." Viele Helferinnen und Helfer werden den Klub rund um den Kracher gegen den Bundesligisten unterstützen. "Jeder, der irgendwie eine Bindung zu diesem Verein hat - ob Bekannte, Verwandte, Freunde - alle werden eingespannt für dieses Wochenende." Und auch jene Spieler, die es nicht in den Kader schaffen. "Es können leider nicht alle Spieler auf dem Blankett stehen. Deshalb macht es mich extrem stolz, dass wirklich alle mithelfen. Das ist das, was Hirschwang ausmacht."

An die 900 Zuschauer werden erwartet

Der aus der Industrie heraus entstandene Ort sei bekannt für die Produktion von Karton und Papier. Früher haben die Arbeiter in Hirschwang ihre Quartiere gehabt, erzählt Leonhardsberger. Aber auch der Fußball spielt eine große Rolle. "Es gibt mit Gloggnitz einen Verein in der Regionalliga, mit Scheiblingkirchen einen Verein in der 1. Landesliga und mit Hirschwang eben einen Verein in der 2. Landesliga. Das ist schon sehr ungewöhnlich für unseren Bezirk Neunkirchen. Drei Spitzenvereine haben wir noch nie gehabt. Dementsprechend hat das einen riesengroßen Stellenwert."

Und der Stellenwert ist so groß, dass an die 900 Zuschauer gegen Altach erwartet werden. "Das würden wir uns wünschen. Ich habe mir sagen lassen, dass das dreimal so viele Zuschauer sind, wie Hirschwang Einwohner hat (lacht). Das wär schon toll." Einen noch größeren Andrang an Zusehern würde der Verein möglicherweise gar nicht bewerkstelligen können. "Die Infrastruktur ist natürlich nicht enden wollend."

Telefonate mit Altach-Coach Ingolitsch

Im Vorfeld des Highlight-Spiels hat Leonhardsberger auch das eine oder andere Mal mit Altach-Trainer Fabio Ingolitsch telefoniert. "Wir haben zusammen die A-Lizenz gemacht und sind in Kontakt geblieben." Dem Salzburger streut Hirschwangs Trainer vor dem Duell am Samstag Rosen. "Er ist der jüngste A-Lizenz-Trainer, den Österreich hat. Er ist auch der jüngste Pro-Lizenz-Trainer, den Österreich hat."

Somit weiß Leonhardsberger auch, wie professionell sein Gegenüber an die Sache herangeht. "Der überlässt nichts dem Zufall." Das kann und sollte Altach auch nicht: "Das sind gebrannte Kinder. Vor zwei Jahren sind sie in der ersten Runde gegen Donaufeld rausgeflogen." Demenstsprechend habe sich Altach auch bestmöglich vorbereitet und sei bereits am Freitag angereist.

Hirschwangs Waffe: Ein 2-Meter-Stürmer

Der große Klassenunterschied sei für Hirschwang kein Grund, schon im Vorfeld die weiße Fahne zu schwenken. Auch der Unterdog hat seine Waffen. Mit Libor Zondra hat man im Sturmzentrum einen knapp zwei Meter großen Torjäger, der schwer zu verteidigen ist. "Er ist körperlich topfit. Anders würde das in seinem Alter (36, Anm. der Red.) auch nicht funktionieren. Ich glaube, dass es aufgrund seiner Größe und körperlichen Präsenz auch für Verteidiger in der Bundesliga nicht ganz so witzig ist, gegen einen wie Libor zu spielen."

Zu verlieren hat Hirschwang nichts. "Wir haben keine Fallhöhe für dieses Spiel. Altach hingegen würde wirklich tief fallen und es würde wirklich wehtun, wenn sie unten aufprallen", meint der Trainer des Landesligisten, der sich einen günstigen Spielverlauf wünscht: "In 95 von 100 Spielen geht Altach als klarer Sieger vom Feld. Aber ich denke, dass es fünf Spiele geben wird, wo es nicht so klar ist - und darauf hoffen wir. Ein langes 0:0 oder der ein oder andere Nadelstich im Konter. Warum nicht? (lacht)." Enttäuscht wäre er bloß, wenn seine Spieler mit Angst an die Sache herangehen. "Aber das wird nicht der Fall sein."