Reinhard Schenker ist im zweiten Jahr Trainer beim FSV Hollenbach. Was bei dem reinen Fußballverein aus dem Hohenlohekreis auch im vierten Jahr nach dem Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg erwartet wird, wusste der 37-Jährige bei Amtsantritt genau: "Hier kommt man nicht her, um Forderungen nach gestandenen Spielern zu stellen. Der Verein will junge Spieler weiterbringen und zu Oberliga-Spielern entwickeln. Das Saisonziel ist deshalb immer der Klassenerhalt, alles andere Bonus."
In der vergangenen Saison wurde das Ziel laut Schenker "relativ souverän" gelöst, wobei für den Coach auch drei oder vier Plätze besser als Abschlussplatz 11 möglich gewesen wären. Nach dem ersten Viertel der laufenden Saison führt Schenker mit seiner faktischen U 23 auf Platz 5 das breite Mittelfeld an, wobei die Punktabstände nach unten in dieser Phase naturgemäß noch gering sind. "Es wird in dieser Saison sehr eng zugehen. Ich glaube nicht, dass es weit abgeschlagene Mannschaften geben wird. Mit der Ausbeute von zwölf Punkten aus acht Spielen kann man bis hierher zufrieden sein", bilanziert Schenker nach dem 4:2-Sieg beim Göppinger Sportverein. Nach 1:2-Halbzeitrückstand zog der Hollenbacher Jugendstil die Partie im zweiten Durchgang auf seine Seite. Weil Kapitän und Routinier Sebastian Schiek (35), dessen Frau Nachwuchs erwartet, und der gesperrte Sechser Jonas Limbach (25) in Göppingen fehlten, standen nur zwei Hollenbacher über 25 Jahre in der FSV-Elf, die ein Durchschnittsalter von 22,5 Jahren aufwies.
Kooperation mit dem VfB Stuttgart
Vor der Saison mussten in Lorenz Minder (26) und Boris Nzuzi (33) abermals zwei Stammkräfte ersetzt werden. Bei den sechs Neuzugängen blieb sich der Klub treu, alle sind im Alter zwischen 19 und 23 Jahren. Der FSV Hollenbach ist im Jugendbereich Kooperationspartner des VfB Stuttgart. Viele Spieler im Kader kennen sich aus gemeinsamen Jugendzeiten, keiner legt astronomisch weite Strecken zum Training zurück. Schenker, der als Spieler lange für den FC Nöttingen in der Oberliga und auch in der Regionalliga auflief, geht diesen Weg mit. "Natürlich ist es nicht einfach, die Talente an den Männerfußball zu gewöhnen, vor allem im körperlichen Bereich. Und natürlich gibt es in einer Saison dann Phasen, in denen es nicht so läuft. Aber wir wollen das so und einige haben auch schon den Sprung nach oben geschafft."
Weil man nicht die Qualität habe, um den meisten Kontrahenten das eigene Spiel überzustülpen, richtet der Trainer seine Mannschaft verstärkt nach dem jeweiligen Gegner aus. "Wir brauchen die richtige Statik bezogen auf den Gegner, darauf aufbauend können wir auch richtig guten Fußball spielen", sagt Schenker, der nun mit seinen Jungs nacheinander auf die Top 3 der Tabelle trifft. Am Samstag kommt der VfR Aalen nach Hollenbach, dann geht es zum VfR Mannheim und am Feiertag, dem 3. Oktober, gegen den TSV Essingen. "Wir haben nun fünf Spiele in Folge nicht verloren, und in solchen Partien sind wir normalerweise scharf und wachsen über uns hinaus", erinnert der Coach an die letzte Saison, als sein Team der SG Sonnenhof Großaspach die einzige Saisonniederlage zufügte, wenn auch am vorletzten Spieltag, als der Meister bereits weit enteilt war. "Und wenn wir gegen Aalen und Mannheim verlieren, geht in Hollenbach die Welt auch nicht unter."