Von der U-21-EM in der Slowakei berichten Tim Lüddecke und Michael Pfeifer
Trotz eines Treffers von Angelo Stiller hatte die deutsche U 21 vor zwei Jahren ebenfalls im zweiten Gruppenspiel gegen Tschechien mit 1:2 verloren. Nun will es die DFB-Auswahl besser machen und mit dem zweiten Sieg womöglich schon ins Viertelfinale vorstoßen. Der Gegner steht nach dem 1:3 gegen England bereits unter Zugzwang. "Es ist zwar nicht ihre letzte Chance, aber verlieren dürfen sie das Spiel auch nicht, sonst sind sie raus", weiß Trainer Antonio Di Salvo, "wir wissen ganz genau, was uns erwartet. Eine Mannschaft, die ähnlich wie Slowenien über Aggressivität kommt und über Standards. Was sie ausmacht, ist die Doppelspitze mit zwei wuchtigen Stürmern und einer Zehn dahinter, sie kommen vertikal schneller nach vorne."
Auch gegen England waren die Tschechen ungeachtet des Ergebnisses nicht chancenlos. "Sie haben Paroli geboten, sie waren aggressiv in den Zweikämpfen und hätten durchaus in Führung gehen können", bestätigt Di Salvo, allerdings patzte Torhüter Lukas Hornicek gleich zweimal und ermöglichte den Engländern einfache Treffer. Dennoch soll die Nummer 1, der wie Deutschlands Innenverteidiger Bright Arrey-Mbi beim portugiesischen Erstligisten Braga spielt, im Tor bleiben, stellte Coach Jan Suchoparek klar.
Auch einen Bundesligaspieler haben die Tschechen im Aufgebot, und Adam Karabec vom HSV untermauert die Entschlossenheit seiner Mannschaft: "Wir können sie schlagen", betont der Hamburger Mittelfeldspieler, "wir haben gesehen, dass die Deutschen noch kompakter sind als die Engländer. Aber es gibt sicherlich Dinge, für die wir sie bestrafen können. Wenn wir ohne Angst in das Spiel gehen und unser Spiel spielen, haben wir eine Chance. Wir können sie schlagen. Wir haben gegen England bewiesen, dass wir gegen solche Mannschaften spielen können."
Deutsche U 21 hofft auf vorzeitigen Viertelfinaleinzug
Deutschland will dagegen mit dem zweiten Sieg im Idealfall gleich ins Viertelfinale vorstoßen. "Das wäre optimal, wenn wir nach dem Spiel schon weiter wären", hofft der Mainzer Paul Nebel auf eine ähnliche Konstellation wie in Gruppe A, wo sich die Favoriten Spanien und Italien bereits durchgesetzt haben und am Dienstag im direkten Duell um den Gruppensieg spielen. Gewinnt England erwartungsgemäß auch gegen Slowenien, ergibt sich die gleiche Konstellation auch in der deutschen Gruppe, England und die DFB-Auswahl spielten am Mittwoch den Gruppensieger aus, der dann im Viertelfinale auf Spanien oder Italien träfe.
"Wir haben im Test gegen Spanien 3:1 gewonnen und auch das erste Spiel der Spanier gesehen, es war spannend zum Schluss, so Nebel, "wir wissen, dass wir jeden schlagen können, wenn wir unsere Leistung bringen, es kommt wie es kommt. Und wenn du ganz weit kommen willst, musst du sowieso irgendwann gegen die großen Nationen bestehen."
Startelf-Änderungen nicht ausgeschlossen
Personell stehen wie schon in der ersten Partie außer dem angeschlagenen Freiburger Merlin Röhl alle Spieler zur Verfügung, Änderungen in der Startelf wollte Di Salvo aber nicht ausschließen. "Wir können auf einen Kader zurückgreifen, der es schwierig macht, diejenigen, die nicht gespielt haben, sind nicht hinten dran, sondern auf einem Level", erläutert Di Salvo, "es gibt zwei, drei Spieler, die müde waren nach dem ersten Spiel. Es gibt aber auch taktische Überlegungen." Mal sehen, ob und in welcher Formation die Revanche für 2023 gelingt.