Quasi makellos ging der SC Freiburg in das letzte Auswärtsspiel in dieser Europa-League-Ligaphase, die direkte Achtelfinal-Teilnahme war dem Bundesligisten eigentlich nicht mehr zu nehmen. Für die Mannschaft von Coach Julian Schuster sollte es am Ende aber nicht die erhoffte Top-4-Platzierung werden, die dazu berechtigt hätte, bis mindestens zum Viertelfinale alle Rückspiele im eigenen Stadion auszutragen. Ein Elfmeter fast mit dem Schlusspfiff von Olivier Giroud machte den Breisgauern nämlich einen Strich durch die Rechnung.
"Am Ende ärgere ich mich extrem darüber, dass wir in der 90.+2 hier ein Elfmeter-Tor bekommen", sagte Keeper Noah Atubolu nach dem Spiel am Mikrofon von RTL, hatte er in der Europa League doch zuletzt im November beim 3:1-Sieg in Nizza hinter sich greifen müssen. Und auch die Art und Weise störte den jungen Schlussmann, der "wusste", was Gegenspieler Giroud macht. "Er hat den gut geschossen und ist ruhig geblieben, aber ich hätte ihn einfach gerne gehalten."
Schuster lobt "bermerkenswerte" Leistung
Verhindern konnte diese Niederlage den Einzug ins Achtelfinale am Ende jedoch nicht. "Wir sind trotz alledem auf Platz 7 und da können wir stolz auf uns sein", sagte Atubolu und bekam dabei Unterstützung von seinem Coach: "Es ist ein großer Erfolg für uns. Das muss dann auch mit etwas Abstand überwiegen." Egal war für den Trainer, dass man mit dieser Niederlage das Heimspielrecht verpasst hatte, stattdessen wehrte sich der 40-Jährige sogar dagegen: "Ich möchte nirgends lesen: Heimspielrecht verspielt oder so. Hört mit dieser Kacke auf."
Vielmehr wollte er die Leistung in dieser EL-Saison würdigen. Es sei "bemerkenswert, als SC Freiburg als Siebter weiterzukommen". Und generell hilft es nicht nur, weitergekommen zu sein, sondern auch, die Play-offs umgangen zu haben. "Es war sehr wichtig, dass wir auch für die Belastung englische Wochen weniger und Vorarbeit geleistet haben", so Atubolu.
„Mir wurde bestätigt, dass es anscheinend eine klare Rote Karte war.“ (Julian Schuster)
Natürlich blieben am Ende auch die Fragen zu den beiden spielentscheidenden Szenen nicht aus. Doch weder die Rote Karte gegen Maximilian Eggestein nach einem Foul an Gegenspieler Matias Fernandez-Pardo, noch der Elfmeter - verursacht durch Cyriaque Irié wieder mit einem Foul an Fernandez-Pardo -, sollten dabei als Ausrede hinhalten. Vielmehr wollte Schuster dahingehend erst gar keine Diskussionen aufkommen lassen. "Mir wurde bestätigt, dass es anscheinend eine klare Rote Karte war. Man kann beide Situationen so sehen, und wenn sie gepfiffen werden, kannst du sie wahrscheinlich auch nicht nochmal zurücknehmen."
Für den SCF geht es dennoch Schlag auf Schlag weiter, tanzen die Breisgauer doch noch immer auf drei Hochzeiten. Bereits am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) steht ein schweres Auswärtsspiel beim anderen Europa-League-Teilnehmer VfB Stuttgart an, bevor in der Woche darauf die nächste englische Woche folgt. Dann geht es nach einem Heimspiel gegen Bremen unter der Woche nach Berlin im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Hertha BSC.