Seit Jahren schon schwelt ein Streit zwischen der FIFA und der internationalen Spielergewerkschaft FIFPro. So reichte 2024 die Gewerkschaft gemeinsam mit European Leagues, einer Dachorganisation von 31 Profiligen, bei der Europäischen Union eine Beschwerde gegen den internationalen Spielkalender ein. Man forderte mehr Transparenz und Mitbestimmungsrechte.
Die FIFA reagierte harsch und warf den Antragstellern Heuchelei und Egoismus vor - und das nur aus kommerziellem Eigeninteresse. Die EU prüft die Sachlage noch. Fakt ist: Im selben Jahr setzte die FIFA zugesicherte Zahlungen in einen Fonds für Profis, deren Vereine in Konkurs gegangen sind, aus.
Zuletzt war der Streit wieder rund um die Klub-WM hochgekocht, als FIFPro-Präsident Sergio Marchi in der BBC dem Weltverband unter anderem vorwarf, die Klub-WM als "globale Fußballfeier" zu inszenieren, obwohl diese in Wahrheit "nichts weiter als eine Fiktion" sei. Weiter warf er dem Weltverband vor, dass dieser seine Einnahmen "auf Kosten der Körper und Gesundheit der Spieler" steigere.
Forderung nach Transparenz
Ansonsten verglich er FIFA-Präsident Gianni Infantino sogar mit dem römischen Kaiser Nero, der gerne mal als grausam, verschwendungssüchtig und wahnsinnig beschrieben wird. Die FIFA konterte nun und warf der Gewerkschaft ihrerseits am Freitag in einer Mitteilung vor, dass diese weniger am Spielerwohl als an "theatralischen Anklagen" und "Schlagzeilen" interessiert sei.
Gleichzeitig forderte man FIFPro auf, "vollständige Finanzberichte einschließlich aller Einnahmequellen" zu veröffentlichen und betonte, dass diese Offenlegung eine Voraussetzung für die Rückkehr an den Verhandlungstisch sei.
"Um es klar zu sagen: Man kann keine Transparenz predigen, während man in Intransparenz agiert", hieß es in der FIFA-Mitteilung. Auch fordert der Weltverband, dass die FIFpro eine "vollständige Liste der einzelnen Mitglieder, die sie angeblich vertritt", veröffentlicht.
FIFA-Gespräche ohne FIFPro und VDV
Gleichzeitig beteuert der Weltverband aber auch, dass man noch während der Klub-WM eine Sitzung mit "mehreren Spielergewerkschaften aus der ganzen Welt" abgehalten habe. FIFPro gehörte ebenso wenig dazu wie der deutsche Verband VDV, der die Klub-WM ebenfalls kritisiert hatte und ebenfalls eine EU-Beschwerde angestrengt hat.
"Wir waren bei dem Treffen in New York nicht dabei. Uns lag auch keine Einladung vor", ließ Geschäftsführer Ulf Baranowsky auf SID-Anfrage wissen: "Es wäre interessant zu wissen, wer genau sich da getroffen hat."
Die FIFA wiederum betonte, man habe "lange, erfolglose Bemühungen unternommen, die FIFPro an einen Verhandlungstisch zu bringen" und verwies zudem auf die eigenen Errungenschaften zum Schutz der Spieler, wie etwa die Einführung von fünf Wechseln pro Spiel oder den besonderen Schutz von Spielern mit Gehirnerschütterung.