"Wir freuen uns sehr auf die neue Saison. Mit dieser jungen Mannschaft Meister zu werden, ist ein Riesenerfolg", betont Helmut Berg. Der Hertha-Präsident weist auf den unglücklichen Ausgang der beiden Vorjahre hin: Während Wiesbach 2023 den Gang in die 6. Liga antreten musste, reichten 2024 starke 76 Punkte "nur" zum 2. Rang. In der folgenden Relegation war sein Verein der Leidtragende des "Wunders vom Krönungsbusch", als sich Viktoria Herxheim dank einer spektakulären Aufholjagd noch den Aufstieg sicherte.
"Jetzt schließt sich für uns der Kreis", sagt Trainer Michael Petry. Der 48-Jährige spricht von "einem für die Psyche ganz wichtigen Erfolg". Absehbar war dieser zu Beginn der Serie indes nicht - aus den ersten vier Partien holte der spätere Meister nur zwei Zähler. Spätestens nach dem 9. Spieltag kam die Elf um Kapitän Kilian Staroscik aber in Tritt. Es folgten 16 Partien ohne Niederlage, darunter auch der wichtige 2:1-Auswärtssieg in Jägersburg am 24. Spieltag. "Wir sind schwer in die Saison gekommen und hatten den Aufstieg zwischenzeitlich gar nicht mehr auf dem Schirm", erklärt der Sportliche Leiter Dominik Schumacher. Bedingt durch Verletzungen von Akteuren wie Sören Maas, Yannik Haupts oder Yannik Ernst wurden erfahrene Kräfte reaktiviert: Carsten und Patrick Ackermann halfen schließlich mit, den Vorsprung ins Ziel zu retten.
"Jahr für Jahr steigern"
Ziel ist es nun, die Klasse zu halten. Vor dem Abstieg im Sommer 2023 gehörte Wiesbach schon zehn Jahre der Oberliga an. "Wir wollen uns Jahr für Jahr steigern und uns sukzessive etablieren - wissen aber, dass das erste Jahr schwierig sein wird", betont Petry, der im Sommer in seine zehnte Saison als Hertha-Coach geht. Zuvor trainierte der ehemalige Drittliga-Akteur (1. FC Saarbrücken) unter anderem Borussia Neunkirchen. Klar sei, "dass es bei einem so jungen Team immer wieder Schwankungen nach oben und unten geben kann". Während der Aufstiegskader mit Top-Torjäger Pascal Piontek (22 Tore) gehalten wurde, konnten zusätzliche Verstärkungen gewonnen werden. Von der Reserve der SV Elversberg kommen Erion und Edonis Metaj, aus der U 19 des Zweitligisten zudem Jannis Erbel. Ebenfalls neu in Wiesbach sind Leon Theobald (VfL Primstal) sowie Jan Wollbold (SV Bliesmengen-Bolchen).
An der prinzipiellen Spielweise soll sich aber auch in der Oberliga nicht viel ändern. In der Saison 2024/25 gelangen Piontek und Co. 92 Tore - mit großem Abstand Bestwert in der Saarlandliga. "Wer uns kennt, weiß, dass wir eine offensive Mannschaft sind. Ich gewinne lieber 5:4 als 1:0", erklärt Petry. Naiv möchte er den gestiegenen Anforderungen indes nicht begegnen: "Wir wollen nicht ins offene Messer laufen und werden schauen, dass wir gut stehen. Grundsätzlich werden wir aber weiterhin versuchen, Fußball zu spielen."
Dass seine Elf die Partie in Jägersburg für sich entscheiden konnte - anders als das Hinspiel, das zuhause verloren wurde (1:3) - stimmt Petry optimistisch. Dort zu bestehen, habe gezeigt, dass die Hertha bereit für die höhere Klasse sei. Auf den FSV wird sie in der Oberliga-Saison 2025/26 unterdessen nicht treffen. Der Vizemeister unterlag am Mittwoch im entscheidenden Relegationsspiel mit 1:4 beim TSV Gau-Odernheim. Dafür stehen Wiesbach mit den Derbys gegen den FV Eppelborn zwei andere "Highlights" (Petry) bevor - beide Sportplätze trennen nur wenige Kilometer.