Vor dem Auswärtsspiel am Böllenfalltor konnte Miroslav Klose noch gut gelaunt darüber sprechen, wie die Spieler seinen Platzverweis beim vergangenen 3:2-Sieg gegen Elversberg aufgenommen hatten: "Die haben sich eine schöne Siebträgermaschine, die vierstellig kostet, einfallen lassen", verriet der gesperrte FCN-Coach bei Sky.
Im Anschluss hatte sich Klose auf den Weg auf die Tribüne begeben, wo er das 0:2 letztlich an der Seite von Vorstand Sport Joti Chatzialexiou verfolgte. An der Seitenlinie wurde der 47-Jährige unterdessen von Co-Trainer Javier Pinola vertreten, der trotz einer "guten ersten Halbzeit" eine Niederlage hinnehmen musste.
"Wir wissen, dass Darmstadt sehr stark ist, nicht umsonst stehen sie ganz oben", erklärte Pinola und fügte an: "Sie haben ihre Chancen genutzt und wir waren in der zweiten Halbzeit nicht mehr so sauber." Die junge Nürnberger Mannschaft sehe er dennoch "auf einem guten Weg".
„Das war zu naiv von mir in dem Moment.“ (Julian Justvan)
Einen Vorwurf wollte der Aushilfs-Chefcoach dem Team nicht machen - auch nicht Julian Justvan, der sich unmittelbar vor dem entscheidenden 0:2 unglücklich gegen Luca Marseiler angestellt hatte: "Letztendlich hat Ju ein bisschen Pech gehabt und dann hat er diese Möglichkeit richtig gut genutzt", analysierte der ehemalige Verteidiger die Szene.
Deutlich härter ging derweil Justvan selbst mit sich ins Gericht, der mit drei Treffern und sechs Assists weiterhin der Topscorer des FCN ist: "Das war zu naiv von mir in dem Moment. Ich will den Ball im Spiel halten, aber in so einer Situation, in so einem Eins-gegen-eins, da muss der Ball über das Stadiondach fliegen. Das muss ich mir ankreiden, da muss ich nächstes Mal besser handeln", stellte der 27-Jährige klar.
Wenngleich die Siegesserie im dritten Anlauf gerissen ist, können die Franken allen voran auf den vielversprechenden Auftritt aus dem ersten Durchgang aufbauen. Das sah auch Justvan so: "Wir hatten wieder viele gute Aktionen nach vorn, haben oft das Pressing von Darmstadt mit unserem Ballbesitz aufgelöst." Dennoch müsse man "die Aktionen im letzten Drittel noch effizienter ausspielen, um noch mehr Gefahr aufs Tor auszustrahlen."
Porstner feiert Startelfdebüt beim "Herzensverein"
Eine treffende Feststellung, die zumindest in Teilen auch auf Eric Porstner zutraf, nachdem der 18-jährige Linksverteidiger in der 22. Minute aus aussichtsreicher Position an Marcel Schuhen gescheitert war. Dass das Startelfdebüt letztlich in einer Niederlage resultiert hatte, trübte die Stimmung beim Eigengewächs zwar - die Freude über die erstmalige Chance, von Anfang an zu spielen, war dennoch groß.
"Ich spiele jetzt meine achte, neunte Saison beim Club, das ist mein Herzensverein. Ich war als Kind oft im Stadion, und jetzt vor den Kulissen zu spielen, ist einfach unbeschreiblich", so der strahlende Porstner, der bereits am 33. Spieltag der Vorsaison beim 1:2 gegen Köln im Max-Morlock-Stadion als auch am 14. Spieltag der laufenden Saison beim 0:3 in Magdeburg eingewechselt worden war.