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Kniat: "Dann haben wir uns die Geschenke wieder zurückgeholt"

kicker

Als Schiedsrichter Lars Erbst zur Halbzeitpause bat, dürfte auch so manch ein Optimist im Bielefelder Fanlager an einem Comeback der Arminia gezweifelt haben. Zu harmlos agierte die Elf von Mitch Kniat in der Offensive. Im Duell mit Holstein Kiel gaben die Ostwestfalen in den ersten 45 Minuten keinen einzigen Schuss auf den Kasten von Holstein-Keeper Jonas Krumrey ab.

Hinzu kamen Nachlässigkeiten in der Defensive: Einer der wenigen Kieler Angriffe endete im ersten Gegentor, weil Leon Schneider unter Bedrängnis ins eigene Netz traf (35.). Als die Bielefelder Hintermannschaft in den letzten Momenten der ersten Halbzeit Ivan Nekic aus den Augen verlor und dieser auf 2:0 stellte (45.+2), war die Stimmung auf der Bielefelder Alm endgültig im Keller.

Nach dem 2:2-Endstand war die Laune natürlich eine andere - auch bei Kniat, der nach dem Spiel gerade mit dem Defensivverhalten im ersten Abschnitt haderte. " Ich glaube, es war ein Spiel, was wir eigentlich schon in der ersten Halbzeit verschenkt hatten", sagte der Trainer nach der Partie in der ARD und meinte damit die Fehler,die zu den Gegentoren geführt hatten.

Die Reaktion seiner Mannschaft nötigte dem Coach dann aber Respekt ab: "Es waren zwei Halbzeiten, die komplett unterschiedlich waren - sie sind jeweils 2:0 ausgegangen. Wichtig ist die Art und Weise. Andere Teams in unserer Phase würden den Kopf hängen lassen, aber das ist bei uns nie ein Thema gewesen. Dass du so ein Comeback startest, spricht für den Charakter dieser Mannschaft. Was das angeht, bin ich sehr, sehr stolz auf sie."

„Man muss es in den Augen sehen“ (Mitch Kniat)

Die Bielefelder zeigten im zweiten Abschnitt zwar schon von Beginn an ein anderes Gesicht, ließen die letzte Präzision und Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten zunächst aber noch vermissen. So waren es die Grätsche von Nekic samt Ampelkarte für den Kieler und Elfmeter für die Arminen, die den Bielefelder Weg zum Comeback ebneten. Joel Grodowski blieb vom Punkt eiskalt und startete die Aufholjagd. "Dann haben wir uns die Geschenke wieder zurückgeholt", merkte Kniat treffend an, denn danach war der Ausgleich beim Bielefelder Dauerdruck nur noch eine Frage der Zeit.

Der Coach hatte aber Aktien darin, dass Noah Joel Sarenren Bazee zum 2:2-Ausgleich einnickte (87.), schließlich hatte der 40-Jährige den Offensivmann nicht mal eine Zeigerumdrehung zuvor eingewechselt. Die Belagerung des Kieler Sechzehners setzte sich nach dem Treffer gar nahtlos fort - der Lucky Punch blieb trotz aller Offensivbemühungen jedoch aus. "Ich hätte gerne noch ein 3:2 für uns gesehen. Das wäre dann der perfekte Abend gewesen."

Auch wenn es für die Arminen am Ende nicht der perfekte Abend war, so bewiesen die Ostwestfalen trotz schwieriger Momenten und Rückschläge Comeback-Qualitäten. "Wir haben uns vorgenommen, dass die Körpersprache so sein muss, dass man uns auch glaubt, dass wir gewinnen wollen. Man muss es in den Augen sehen. Das habe ich in der zweiten Halbzeit sofort gesehen", so Kniat.

Darauf wird es auch am kommenden Spieltag bei Dynamo Dresden (Sonntag, 13.30 Uhr LIVE! bei kicker) ankommen. Dann trifft die Arminia auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Ein guter Anlass, um auch die Serie von sieben Liga-Partien ohne Sieg zu stoppen. Auch wenn Kniat mit dem Punkt gegen Kiel leben kann, so wirklich vom Fleck kamen die Bielefelder damit nicht.