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Leitl: "Jetzt steigt der Druck auf uns"

kicker

Es war eines dieser Unentschieden, die schal schmecken und nicht satt machen. Das Berliner Empfinden erinnerte am Samstagnachmittag an die Vorwoche, als 8:0 Torchancen und eine geschlossene Teamleistung zum Rückrundenstart gegen Tabellenführer Schalke (0:0) nur einen Punkt eingebracht hatten.

„Für unsere Gefühlslage ist es natürlich zu wenig", sagte Hertha-Coach Stefan Leitl nach dem 2:2 beim Karlsruher SC bei Sky. "Ich glaube, dass wir auch aufgrund der zweiten Hälfte das Spiel gewinnen können und vielleicht sogar müssen. Insgesamt kann ich jetzt nicht so viel mit dem Punkt anfangen."

Reese: "Wir bringen uns Woche für Woche um den Lohn"

So wie ihm ging es auch dem Berliner Kapitän. Fabian Reese, der mit einem Tor und einem Assist maßgeblich daran beteiligt war, dass Hertha im Wildpark zweimal nach einem Rückstand zurück kam, gab die Tagesbilanz mit der gebotenen Ernüchterung zu Protokoll: "Auch heute hätten wir gewinnen müssen. Wir lassen zu einfach Tore zu und laufen dann der Musik hinterher. Am Ende werfen wir alles nach vorn und waren drauf und dran, das Spiel noch ganz zu drehen. Aber wir müssen anfangen, dreifach zu punkten. Wir bringen uns Woche für Woche um den verdienten Lohn."

Schulers Scheitern gegen Bernat als doppelter Schlüsselmoment

In den Schlüsselmomenten fehlten trotz einer guten Struktur die entscheidenden Prozentpunkte. Vor dem ersten Gegentor verlor Paul Seguin, an dessen Seite Kevin Sessa auf der Doppel-Sechs als Vertreter der verletzten Kennet Eichhorn ein solides Spiel machte, den Ball im Aufbau gegen Philipp Förster, der Fabian Schleusener vorlegte (7.). Vor dem zweiten Gegentor wehrte Reese einen KSC-Eckball in die Mitte ab, Sebastian Jung traf per Traumtor (26.) in den Winkel.

Insgesamt hatte Herthas Spiel im ersten Durchgang nicht durchgehend die nötige Kompaktheit und Klarheit. Die eigene Chancenverwertung, schon in der Vorwoche gegen Schalke ein Kardinalproblem, war auch in Karlsruhe trotz der Tore von Reese (20.) und Joker Jeremy Dudziak (79.) nicht die eines designierten Aufsteigers. Luca Schuler scheiterte gleich zweimal frei vor KSC-Keeper Hans Christian Bernat (44., 78.). Reese, der zu Beginn der zweiten Halbzeit aus spitzem Winkel das Lattenkreuz traf (46.), brachte es auf den Punkt: "Wir machen die Chancen, die wir haben, nicht und laden den Gegner ein, Tore zu schießen."

Die Partie gegen Darmstadt hat Endspiel-Charakter

Fünf sieglose Spiele in Serie haben Herthas Ausgangslage im Aufstiegskampf erheblich verschlechtert, zumal die Konkurrenz aus Darmstadt und Hannover an diesem Wochenende dreifach gepunktet hat. Darmstadt, wo Leitl zwischen 2004 und 2007 als Spieler aktiv war, gastiert am kommenden Sonntag im Berliner Olympiastadion.

Bei Hertha wissen alle, dass man mit Unentschieden nicht mehr weiterkommt. Nach dem 2:2 beim KSC sagte Leitl: "Jetzt steigt natürlich der Druck auf uns, schon für das Spiel gegen Darmstadt. Darmstadt ist sieben Punkte vor uns, heißt: Wir müssen gewinnen." Gegen den Begriff Endspiel haben sie sich bei Hertha in den vergangenen Wochen stets gewehrt. Jetzt bekommen sie bereits am 1. Februar eines.