Junge Spieler, lange Verträge und keine Scheu vor hohen Ablösesummen: Mit der Verpflichtung von Jorrel Hato untermauert der FC Chelsea seine kosten- und personalintensive Transferpolitik.
Der 19 Jahre alte Linksverteidiger, der auch im Abwehrzentrum auflaufen kann, wechselt für kolportierte 40 Millionen Euro von Ajax Amsterdam zum amtierenden Klub-Weltmeister, der ihn - wie inzwischen schon gewohnt - mit einem Siebenjahresvertrag bis 2032 ausstattete.
Schon im vergangenen Jahr war Hato von zahlreichen Klubs umworben worden, blieb Ajax aber treu, was beide Seiten nicht bereut haben dürften. Denn der damals abgestürzte niederländische Rekordmeister meldete sich eindrucksvoll zurück, auch wenn er im letzten Moment den schon sicher geglaubten Titel noch verspielte. Und Hato steigerte das Interesse an ihm mit beständigen Leistungen noch einmal.
Der sechsmalige niederländische A-Nationalspieler, der bis dahin in seiner Geburtsstadt bei Sparta Rotterdam ausgebildet wurde, war bereits 2018 zu Ajax gestoßen und mauserte sich zu einem der größten Talente, die der Klub zuletzt hervorgebracht hat. Schon mit 16 Jahren und 310 Tagen feierte er sein Profidebüt, mit 17 Jahren und 282 Tagen wurde er zum jüngsten Kapitän der Ajax-Geschichte.
Chelsea kratzt schon wieder an der 300-Millionen-Euro-Marke
Hato überzeugt vor allem mit seiner Passsicherheit und Ruhe am Ball, dazu kamen in der abgelaufenen Saison immerhin acht Scorerpunkte (2/6) in 31 Eredivisie-Partien. Jetzt fühlt sich der Linksfüßer bereit zum Schritt in die Premier League - wie sein Idol vor zwei Jahren: Seinen Ex-Teamkollegen Jurrien Timber, der 2023 von Ajax zum FC Arsenal gewechselt war, bezeichnete Hato mal als seinen "Mentor", zu dem er "immer aufgeschaut" habe. Ab sofort spielt er mit ihm in derselben Liga und Stadt.
Chelsea, das sich unter anderem auch Jamie Gittens (Borussia Dortmund), Joao Pedro (Brighton) und Liam Delap (Ipswich Town) geschnappt hat, kratzt nach der neuesten Verpflichtung schon wieder an der 300-Millionen-Euro-Marke in diesem Transferfenster, hat aber auch schon rund 150 Millionen Euro an Ablösen generiert.
Ajax Amsterdam will derweil die durch den Hato-Abgang entstandene Lücke am liebsten mit Ko Itakura von Borussia Mönchengladbach stopfen. Am Japaner sind aber auch andere Klubs interessiert.