Um ein Haar hätte der SV Rödinghausen in der Regionalliga West seinen ersten Heimsieg bejubeln können. Der Last-Minute-Ausgleich der Gäste in der Nachspielzeit machte den Wiehen-Kickern aber beim 1:1 gegen Rot-Weiß Oberhausen noch einen Strich durch die Rechnung. "Das ist maximal bitter gelaufen und ein Nackenschlag, der weh tut", so Geschäftsführer und Sportdirektor Alexander Müller im Gespräch.
"Über das gesamte Spiel betrachtet, geht das Unentschieden schon in Ordnung", räumte Müller ein. "Die Entstehung der Ecke vor dem Ausgleich war schon unglücklich. Wenn wir uns da ein wenig cleverer anstellen, brennt nichts mehr an. Aktuell befinden wir uns aber in einer Phase, in der solche Fehler sofort bestraft werden", so der 39-Jährige.
"Ganz klar: Das ist zu wenig"
Somit stehen für den SVR nur fünf Punkte aus sechs Begegnungen zu Buche. "Ganz klar: Das ist zu wenig", redet Müller nicht um den heißen Brei herum: "Zwei bis vier Zähler mehr wären möglich gewesen. Allerdings geraten wir deswegen nicht in Panik. Wir haben 15 Neuzugänge - darunter viele junge Spieler - und ein neues Trainerteam um Dennis da Silva Félix. Uns war bewusst, dass das ein wenig Zeit benötigen wird. Wir sind von unserem Plan nach wie vor überzeugt. Die Art und Weise, wie wir gegen Oberhausen aufgetreten sind, war ein Schritt nach vorne und lässt für die nächsten Aufgaben hoffen. Es gilt, dranzubleiben und hart zu arbeiten. Dann kommt auch das Matchglück wieder, was uns bislang ein wenig gefehlt hatte", spielt der Sport-Chef unter anderem auch auf den verschossenen Foulelfmeter in der Nachspielzeit gegen die Sportfreunde Lotte (1:2) an.
Für weitere Torgefahr soll der letzte, namhafte Transfer kurz vor dem Ende der Wechselfrist sorgen: Aygün Yildirim. Der mittlerweile 30-Jährige hatte mit 21 Treffern und zwölf Vorlagen in 36 Partien - damals im Trikot des SC Verl - schon einmal in der Regionalliga West für Furore gesorgt. Auch eine Spielklasse höher (14 Tore und fünf Vorlagen in 30 Drittliga-Spielen) machte er nachhaltig auf sich aufmerksam. In der 2. Bundesliga beim SSV Jahn Regensburg (40 Begegnungen, ein Tor) und bei Arminia Bielefeld lief es für den gebürtigen Ahlener nicht mehr ganz so rund. Seit Jahresbeginn war er in der dritthöchsten türkischen Spielklasse für 1461 Trabzon FK am Ball.
"Die Verpflichtung von Aygün hat sich für uns kurzfristig ergeben, da er zurück in die Heimat wollte", erklärt Alexander Müller. "Mit seinem Tempo und seinem Tiefgang ist er definitiv ein Unterschiedsspieler für die Regionalliga West. Wir wollen ihm dabei helfen, wieder zu seiner alten Form zu finden. Die Ligapause eignet sich sehr gut dafür, dass er das Team kennenlernen kann."
Pokal gegen Maaslingen
Am Mittwoch (ab 18 Uhr) ist für die zweite Runde des Westfalenpokals beim Westfalenligisten SC Rot-Weiß Maaslingen aufgrund der Kürze der Zeit noch kein Einsatz von Yildirim geplant. "Uns erwartet ein Duell auf einem engen Platz. Außerdem ist es für die Gastgeber das Spiel des Jahres. Daher werden wir die Aufgabe seriös angehen und keine Spielchen spielen", so Müller. "Wir wollen schließlich auch so weit wie möglich im Wettbewerb kommen. Daher gilt unsere volle Konzentration dem Pokalspiel." In der Liga geht es erst am 13. September beim FC Gütersloh weiter.