Anlaufschwierigkeiten und Probleme, sich in der neuen Liga zu behaupten? Davon kann beim FC Turabdin-Babylon Pohlheim keine Rede sein. Aus den ersten sieben Partien holte der Hessenliga-Aufsteiger, ebenso wie Neuling SV Hummetroth, starke elf Zähler - darunter der zuletzt beim Hünfelder SV mitgenommene Punkt (1:1).
Zuvor war es noch keinem Team gelungen, die bislang makellose Bilanz des Tabellenführers aus Osthessen zu trüben. "Der Saisonstart ist absolut hervorragend verlaufen. Wir stehen in dieser starken Hessenliga vor dem 8. Spieltag auf einem stabilen Mittelfeldplatz, als Aufsteiger ist das alles andere als selbstverständlich. Die Jungs haben sich schnell an das Tempo gewöhnt und setzen die Abläufe gut um. Es zeigt, dass unsere Vorbereitung und die tägliche Arbeit im Training greifen", erklärt Eduardo Dursun.
Größter Erfolg der Vereinsgeschichte
Der mit 28 Jahren jüngste Coach der Liga steht seit 2023 an der Seitenlinie; zuvor war er im Jugendbereich des FC Gießen und der TSG Wieseck tätig. In diesem Sommer führte er das Team nun zur Meisterschaft in der Verbandsliga Mitte und zum erstmaligen Aufstieg - der größte Erfolg in der TuBa-Vereinsgeschichte.
"Intensiv und akribisch" sei für den Erfolg gearbeitet worden, erinnert sich Dursun, der zudem auf den starken Zusammenhalt hinweist: "Mit jedem Sieg sind wir noch enger zusammengerückt und haben uns in der entscheidenden Saisonphase als verschworene Einheit präsentiert. Wir wussten, worauf es ankommt, und haben einen klaren Plan verfolgt."
„Bei den Zuschauern ist viel Enthusiasmus und Elan zu spüren - das trägt uns.“ (Aziz Toprak)
Als "aufsteigenden Stern" beschreibt Leistungsträger Aziz Toprak seinen Klub. "Hier ist es sehr familiär. Bei den Zuschauern ist viel Enthusiasmus und Elan zu spüren - das trägt uns." Für Aufsehen sorgte insbesondere der klare 4:0-Erfolg gegen den FC Gießen am vierten Spieltag. Wie jede andere Partie sei das durchaus brisante Duell mit dem Regionalliga-Absteiger angegangen worden, erinnert sich Toprak: "Dass es so ausgegangen ist, ist natürlich sehr schön. Es war ein Highlight für die Fans und ein besonderer Moment für den Verein."
Mut und Spielfreude als neue Mantras
Gründe für den gelungenen Start sieht er unter anderem in der Vorbereitung auf die Saison: "Wir wussten, was auf uns zukommen wird. Eduardo hat uns von Anfang an klargemacht, worauf es ankommt." Seine Mannschaft charakterisiert der bei Kickers Offenbach, Mainz 05 und der TSG Wieseck ausgebildete Mittelfeldspieler als fußballerisch und technisch sehr begabt. "Wir haben keine Angst - egal, wer da kommt. Mutig sein, uns nicht zu verstecken: Das ist der Anspruch an uns selbst. Unser Trainer gibt uns den Mut und auch die Mittel, Fußball zu spielen", so der 26-Jährige.
Dursun selbst weist auf die großen Unterschiede zur Verbandsliga hin. "In der Hessenliga ist das technische Niveau deutlich höher, die Teams agieren taktisch reifer und das Spieltempo, die Athletik und das Pressingverhalten sind klar intensiver", sagt der Meistertrainer. "Fehler werden schneller bestraft und man muss jede Woche absolut am Limit spielen, um zu bestehen."
Unter diesem Motto dürfte auch die nächste Aufgabe für Pohlheim stehen. Am Sonntag (14:30 Uhr) empfängt TuBa den FSV Fernwald. Für Dursun ist der amtierende Meister "definitiv eine der stärksten Mannschaften der Liga. Es wird eine große Herausforderung, auf die wir uns aber gezielt vorbereiten." Und auch diese Partie hat schließlich Derby-Charakter: Die Heimspielstätte des Gastgebers im Pohlheimer Stadtteil Holzheim und die Sportanlage an der Oppenröder Straße in Fernwald trennt nur wenige Kilometer.