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Kelly oder Mead: Rückt ein englischer "Finisher" in die Startelf?

kicker

Wenn die Fans der englischen Frauen-Nationalmannschaft rund eine Stunde vor den Spielen die Startaufstellungen ihres Teams erhalten, sind sie meist nicht überrascht. Denn eine große Rotation oder einen nicht vorhersehbaren personellen Wechsel nimmt Trainerin Sarina Wiegman selten vor. Stattdessen gibt es bei der Pragmatikerin nur kleine Umstellungen.

So veränderte sie ihre erste Elf im Turnierverlauf nur zweimal: Nach dem 1:2 zum Auftakt gegen Frankreich hatte sie Beth Mead durch Ella Toone ersetzt - Lauren James rückte dafür auf die offensive Außenbahn - und im Halbfinale verdrängte Esme Morgan in der Innenverteidigung die wenig überzeugende Jess Carter auf die Bank.

Aufgrund ihrer Geschwindigkeit ist Morgan gegen die flinken Spanierinnen wohl besser geeignet. Etwas spannender ist hingegen die Frage, wer auf dem rechten Flügel agiert. Zwar erklärte Wiegman auf der Pressekonferenz, dass James nach ihrer Knöchelverletzung fit sei, doch ob es für viele Einsatzminuten reicht, verriet sie nicht. Sollte sie nicht starten können, stünden Chloe Kelly und Mead als Ersatz bereit.

Kelly kreierte acht Chancen als Einwechselspielerin

Die beiden "Finisher" - so nennt Wiegman ihre Joker, die das Spiel verändern - haben großen Anteil an der Final-Teilnahme: Mead holte gegen Italien spät in der Verlängerung den Elfmeter heraus, den Kelly im zweiten Versuch zum Siegtor nutzte. Vor allem bei der Torschützin stellt sich die Frage, ob Wiegman sich mit einer Berufung in die Startelf einer Stärke berauben würde. Denn Kelly machte ihre besten Spiele als Einwechselspielerin. Die 27-Jährige kreierte bei der EM die meisten Chancen (8) eines Jokers bei einem Frauen-Großereignis seit Beginn der Datenerhebung (2011).

Egal zu welchem Zeitpunkt Kelly letztlich auf dem Platz steht, sie dürfte sich einige Zweikämpfe mit Laia Aleixandri liefern. Nach ihrer abgesessenen Gelbsperre rückt die 24-Jährige wohl wieder neben Kapitänin Paredes in die Innenverteidigung, obwohl ihre Vertreterin Maria Mendez gegen Deutschland eine solide Leistung zeigte.

Neben Maria Mendez auf der Bank könnte auch Athenea sitzen, die an zwei der drei spanischen Tore in der K.-o.-Runde direkt beteiligt war. "Wenn ich mit ihnen spreche, erkläre ich ihnen die Situation. Bis jetzt war es einfach, denn sie haben ihre Rolle und ihren Moment akzeptiert. Maria Mendez war immer da, wenn sie gebraucht wurde. Das Gleiche gilt für Athenea. Sie haben Teamgeist und das ist gut", so Montserrat Tomé. Die Aussage klingt auch nach wenigen Überraschungen auf der iberischen Seite.