Ein großer Umbruch in der Mannschaft, die Kooperation mit einem Bundesligisten und natürlich das Campus-Projekt: Bei Oberligist FC Rot-Weiß Koblenz ist aktuell einiges in Bewegung. Seit Anfang Juli firmiert er als Ausbildungszentrum des FSV Mainz 05. Nun komme "ein weiterer starker Partner aus Rheinland-Pfalz dazu", wird Volker Kersting, der Nachwuchsdirektor des Erstligisten, auf der FSV-Homepage zitiert: "Wir freuen uns darauf, unser Wissen über die Nachwuchsausbildung auch in diesem Klub an Trainer und Spieler weiterzugeben."
Schon 2024 hatte Christian Noll die infrastrukturellen Veränderungen am Stadion Oberwerth gegenüber dem kicker als "Meilenstein" bezeichnet - auch ein Jahr später ist dem Koblenzer Sportvorstand die Vorfreude auf die Fertigstellung des Campus anzumerken. "Es ist ein großer Schritt für den Verein. Wir wollen den Nachwuchs in Koblenz und Umgebung fördern", so Noll über die entstehenden neuen Spiel- und Trainingsmöglichkeiten an der Heimspielstätte des ehemaligen Regionalligisten.
„Mittlerweile sind wir diesen Umbruch leider gewohnt.“ (Christian Noll)
Kräftig umgebaut wird auch der Oberliga-Kader: 14 Abgänge sind zu verzeichnen, darunter Kapitän Eldin Hadzic (Ziel unbekannt), Eugene Dennis (USA) und Maximilian Grote. Den Stammkeeper zieht es zum nordmazedonischen Erstligisten FC Shkupi.
Neben Neuzugängen wie Marco Müller, Melchisedec Yeboah (beide TuS Koblenz), Kanata Todate, Takumu Yamahara (beide FC Pesch) oder Elias Dudkiewicz und Julius Hamm, die aus der eigenen Jugend aufrücken, sollen noch weitere Neuverpflichtungen folgen. "Mittlerweile sind wir diesen Umbruch leider gewohnt", erklärt Noll.
Mentalität hat höchste Priorität
Wert solle auf eine "charakterstarke Mannschaft" gelegt werden - was auch Trainer Fatih Cift betont: "Wir haben in der vergangenen Saison gegen Teams nicht gewonnen, die weniger individuelle Qualität hatten, dafür aber mehr Einstellung, mehr Mentalität." Trotz der starken Vorbereitung habe man in der Rückrunde zu wenige Punkte eingefahren. Auf dem achten Platz kam seine Elf schließlich ins Ziel, überdies erreichte sie das Finale des Rheinlandpokals. Dieses ging allerdings gegen den FV Engers verloren (0:2). Der Ligarivale kann sich nun in der 1. Runde des DFB-Pokals auf das Duell mit Bundesligist Eintracht Frankfurt freuen.
"Stand heute geht es für uns um den Klassenerhalt. Wir haben ein schwieriges Auftaktprogramm und wollen punkten, um nicht unten hineinzurutschen", sagt Cift, der seinen Vertrag Ende des vergangenen Jahres bis 2027 verlängert hat.
„Der Verein hat sich einen Namen auf der Fußball-Landkarte gemacht.“ (Christian Noll)
Noll erwartet 2025/26 eine "sehr ausgeglichene Liga", in der neben dem 1. FC Kaiserslautern II, FK Pirmasens, TuS Koblenz und Wormatia Worms womöglich auch ein Überraschungsteam in den vorderen Tabellenregionen zu finden sein werde. Und die Ziele seines Klubs? "Wir wollen eine gute Runde spielen. Außerdem setzen wir weiter auf die Verbesserung der Infrastruktur und nachhaltige Arbeit. Überhaupt finde ich die Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten bemerkenswert. Der Verein hat sich einen Namen auf der Fußball-Landkarte gemacht."
Nach den vier Jahren in der Regionalliga - von 2019 bis 2023 kämpfte Rot-Weiß Koblenz in der Viertklassigkeit um Punkte - startet er am 2. August auswärts beim FC Emmelshausen-Karbach in die dritte Oberliga-Saison seit dem Abstieg. In dieser kommt es zu Duellen mit gleich zwei Stadtrivalen: Während die Partie gegen die TuS erst gegen Ende der Hinrunde ansteht, trifft Rot-Weiß schon am 3. Spieltag auf Aufsteiger FC Cosmos Koblenz (17. August).