Wenn West Ham United am 16. August zum Premier-League-Auftakt bei Aufsteiger AFC Sunderland gastiert, kann Lucas Paqueta befreit aufspielen wie lange nicht. Am Donnerstag sprach ihn eine unabhängige Regulierungskommission vom Vorwurf der Spielmanipulation frei, die bereits vor knapp zwei Jahren erstmals untersucht worden waren. Hätten sich die Anklagepunkte erhärtet, hätte dem 27-jährigen Brasilianer eine lebenslange Sperre drohen können.
Stattdessen befand die Kommission nach der Anhörung die Vorwürfe für "nicht bewiesen". Konkret ging es dabei um vier Premier-League-Partien zwischen November 2022 und August 2023, bei denen sich Paqueta nach Ansicht des englischen Fußballverbands FA absichtlich Gelbe Karten eingehandelt haben soll, "um den Wettmarkt zu beeinflussen, damit eine oder mehrere Personen von Wetten profitieren können", wie es im Mai 2024 im Zuge der Anklage hieß.
"Wir freuen uns, dass Lucas freigesprochen wurde. Er hat von Anfang an seine Unschuld beteuert, und als Verein haben wir entschlossen zu ihm gehalten und ihn während des gesamten Verfahrens unterstützt", wird die stellvertretende Klubvorsitzende Karren Brady in einer Stellungnahme der Hammers zitiert. "Trotz des unglaublichen Drucks, unter dem er stand, hat Lucas Woche für Woche für den Verein gespielt und immer alles gegeben. Es war eine schwierige Zeit für Lucas und seine Familie, aber er ist während der gesamten Zeit absolut professionell geblieben und freut sich nun darauf, einen Schlussstrich unter diese Episode zu ziehen, ebenso wie alle anderen bei West Ham United."
Ganz ohne Strafe kommt Paqueta nicht davon
Paqueta lief in der vergangenen Saison 33-mal für die Hammers auf und erzielte vier Tore, sammelte aber wie schon in der Spielzeit zuvor auch satte zehn Gelbe Karten. Nun freut er sich, dass "die äußerst schwerwiegenden Anschuldigungen" vom Tisch sind. "Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nichts weiter sagen, aber ich möchte meine Dankbarkeit gegenüber Gott zum Ausdruck bringen und meine Vorfreude darauf, wieder mit einem Lächeln im Gesicht Fußball zu spielen."
Ganz ohne Strafe kommt Paqueta aber womöglich nicht davon. Die FA hatte ihn außerdem wegen Verstößen gegen zwei andere Regeln angeklagt, bei denen es um mangelnde Kooperation und das Aushändigen von Informationen und Dokumenten gibt. Obwohl der Teamkollege von Niklas Füllkrug auch dies bestritt, urteilte die Kommission, dass diesbezüglich ein Vergehen vorliegt. Sie kündigte eine "angemessene Sanktion" an.