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Lichtblicke im Amateurfußball: Spielabbrüche auf niedrigstem Stand seit vier Jahren

kicker

Mit 829 gewalt- oder diskriminierungsbedingten Spielabbrüchen, die im organisierten Spielbetrieb registriert wurden, verbuchte der Amateurfußball neun Prozent weniger als im Vorjahr und damit den niedrigsten Stand seit Ende der Corona-Pandemie vor vier Jahren. Von den rund 1,286 Millionen Partien mit abgeschlossenem Spielbericht waren nur 0,06 Prozent der Spiele von einem Abbruch betroffen.

In der vergangenen Saison wurden 3.494 Gewaltvorfälle über Schiedsrichter und elektronische Spielberichte erfasst - ein Rückgang von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der Diskriminierungsvorfälle ging um 3,1 Prozent zurück. Der Anteil der Partien mit gemeldeten Gewalt- oder Diskriminierungsvorkommnissen sank damit auf 0,43 Prozent - der niedrigste Wert seit 2021. In der Saison 2023/2024 lag dieser Anteil noch bei 0,45 Prozent.

„Jeder einzelne Vorfall ist einer zu viel.“ (Ronny Zimmermann, 1. DFB-Vizepräsident Amateure)

"Die Richtung stimmt, die Anzahl der Vorfälle sinkt weiterhin, leider nur in kleinen Schritten", erklärt Ronny Zimmermann, 1. DFB-Vizepräsident Amateure und Leiter der AG Gewaltprävention, und will sich gleichzeitig weiterhin nicht zufriedengeben: "Deshalb dürfen wir alle im Fußball in unserem Wirken nicht nachlassen, um für einen respektvollen und freundlichen Umgang auf und neben dem Platz zu sorgen. Es bleibt dabei: Jeder einzelne Vorfall ist einer zu viel. Wir möchten alle aufrufen, auch künftig Vorfälle zu melden, gerade bei Diskriminierungen."

Im Vergleich zum Vorjahr kamen 338 Menschen weniger zu Schaden (6.372 statt 6.710). Das entspricht einem Minus von fünf Prozent.  Besonders deutlich ist der Rückgang bei Zuschauern (minus 13,9 Prozent) und Schiedsrichtern (minus 7,0 Prozent). Zudem gab es fünf Prozent weniger Beschuldigte (von 6.886 auf 6.535), die größte Gruppe sind dabei die Spielerinnen und Spieler (3.220).

Kapitänsregel kommt gut an

Als zentrale Maßnahmen zur Gewaltprävention kamen in der abgelaufenen Saison 2024/2025 erstmals die Kapitänsregel und das DFB-STOPP-Konzept flächendeckend im deutschen Amateurfußball zum Einsatz. Die aktuellen Umfrageergebnisse aus dem Amateurfußball-Barometer des DFB zeigen ein überwiegend positives Feedback.

5.000 Personen aus Amateurvereinen nahmen an der Umfrage teil. 93 Prozent der Befragten halten die Kapitänsregel für sinnvoll, 88 Prozent das DFB-STOPP-Konzept. Im Vergleich zu 2023, als der DFB das "Jahr der Schiris" ausrief, nehmen aktive Unparteiische heute eine deutlich gestiegene Wertschätzung wahr. Sie fühlen sich stärker wahrgenommen (plus 10 Prozent gegenüber 2023) und besser in das Vereinsleben eingebunden (plus 7 Prozent).

„Die ersten Ergebnisse sind ermutigend.“ (Ronny Zimmermann)

"Die ersten Ergebnisse sind ermutigend", sagt Ronny Zimmermann, der im DFB-Präsidium die Verantwortung für das Schiedsrichterwesen trägt. "Die neuen Regelungen funktionieren und haben schon im ersten Jahr dazu beigetragen, das Miteinander auf dem Platz ein Stück zu verbessern und Eskalationen möglichst frühzeitig einzudämmen. Wir werden die Erkenntnisse aus der ersten Saison gemeinsam mit den Landesverbänden auswerten und die Maßnahmen konsequent weiter schulen und weiterentwickeln."