Zu Saisonbeginn war Mahir Emreli von Kaiserslauterns Coach Torsten Lieberknecht dreimal in die Startelf berufen worden, der Aserbaidschaner konnte die sich ihm bietenden Chancen aber nicht nutzen. Zweimal bekam er die Note 5,0, einmal die 4,5, eine Torbeteiligung war ihm nicht vergönnt.
Seitdem war der 28-Jährige bei den Roten Teufeln außen vor, weitere Einsätze hatte er nicht mehr zu verzeichnen. Und für die Partien am 5. Spieltag bei der SpVgg Greuther Fürth (3:0) sowie eine Woche später gegen Preußen Münster (4:1) fehlte er gar komplett im Kader. Offiziell aus Leistungsgründen, doch der streitbare Aserbaidschaner hatte auch mit einigen Social-Media-Posts, die zumindest Raum für Spekulationen ließen, für Unruhe gesorgt.
Einen ebensolchen setzte Emreli auch im Anschluss an die Länderspielpause ab, in der Aserbaidschan gegen die Ukraine (1:2) und Frankreich (0:3) gefordert war. Via Instagram ließ er wissen, dass er derzeit "bei seinem Klub keine leichte Zeit durchlebe" und dass "die Gründe, weshalb ich nicht spiele, außerhalb meiner Kontrolle liegen."
"Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich in sozialen Netzwerken nicht unterwegs bin", sagte Lieberknecht auf der Pressekonferenz vor dem Südwest-Derby am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) beim Karlsruher SC und wollte deshalb den betreffenden Post nicht kommentieren. Unabhängig von irgendwelchen getroffenen Äußerungen sei es so, "dass wir Mahir weiterhin sportlich begleiten und unterstützen wollen, sodass er auch bei uns seine Spielminuten bekommt."
"Es war ein sauberes, kontroverses Gespräch"
Dazu hat es zwischen den Verantwortlichen und dem Spieler auch schon einen Austausch am Donnerstag gegeben. "Es war ein sauberes, kontroverses Gespräch, in dem jeder noch einmal seine Sichtweise in größerer Runde dargelegt hat", berichtete Lieberknecht. Wichtig für Lieberknecht sind besonders die Leistungen auf dem Trainingsplatz. "Jetzt ist es so, dass man den Worten Taten folgen lässt", forderte Lieberknecht von seinem Angreifer. Emreli hat wie alle anderen Spieler die Möglichkeit, sich über Trainingsleistungen wieder für die Startelf zu empfehlen.
Zumindest in Karlsruhe wird Emreli wohl nicht erste Wahl sein, an Ivan Prtajin wird im Sturmzentrum kein Weg vorbeiführen. Bis auf die Langzeitverletzten sowie den gesperrten Maxwell Gyamfi kann Lieberknecht auf seinen kompletten Kader zurückgreifen, auch Daniel Hanslik nach langer Zwangspause (Achillessehnenprobleme) und der Südkoreaner Ji-Soo Kim nach Reise um den halben Erdball stehen parat.
Derby wie ein Pokalspiel: "Einer muss gewinnen"
Im Südwest-Derby erwartet Lieberknecht "höchstwahrscheinlich eine Partie auf Augenhöhe", nicht nur punktetechnisch liegen die beiden Kontrahenten gleichauf. Seine Marschroute für den Samstag ist aber klar: "Ein Derby hat einen ähnlichen Charakter wie ein Pokalspiel, einer muss gewinnen", sagte der 52-Jährige. "So wird auch unsere Herangehensweise sein."