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Lohne enttäuscht bisher: Vereinsführung nimmt die Spieler in die Pflicht

kicker

Im vierten Jahr soll alles noch besser werden - das war zumindest das Ziel, mit dem BW Lohne in die Regionalliga-Saison gestartet ist. Erstmals wählten die Verantwortlichen verhältnismäßig forsche Töne: Mit dem bloßen Klassenerhalt wäre man nicht mehr zufrieden, stattdessen strebt BWL nach dem besten Abschlussergebnis in der Viertliga-Historie - also mindestens nach Platz 8. Der Transfersommer passte da ins Bild. Die Verpflichtungen der Profis Martin Kobylanski (Waldhof Mannheim) und Luca Zander (SV Sandhausen) wurden in der Nord-Staffel als Königstransfers wahrgenommen. Nach neun Spielen muss man jedoch festhalten: BW Lohne hinkt den gestiegenen Erwartungen hinterher. Die Mannschaft hat sich noch nicht gefunden.

Neun Punkte aus neun Spielen, dazu schon 25 Gegentore - das hatten sich alle anders vorgestellt. "Wir wussten schon, dass wir viele neue Spieler einbinden müssen", sagt der Sportliche Leiter Luca Scheibel angesichts von neun Neuzugängen und schiebt hinterher: "Das hat noch nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben." Nach der 0:3-Niederlage gegen den VfB Oldenburg am Freitagabend hielt auch Cheftrainer Uwe Möhrle fest: "Ich weiß, dass sich meine Mannschaft unter Wert verkauft und wir einfach nicht das spielen, was wir spielen möchten." Er stellte sich aber klar vor sein Team und betonte: "Es ist immer einfach, draufzuhauen."

„Das haben wir ihnen auch in der letzten Woche noch mal gesagt, dass wir mit der Art und Weise ihrer Arbeit sehr zufrieden sind.“ (Sportlicher Leiter Luca Scheibel über das Trainerteam um Uwe Möhrle)

Für Alarmstimmung ist es auch zu früh in der Saison. Dem Klub macht Mut, dass man auch bei vorherigen schwierigen Phasen in der Regionalliga immer wieder die Kurve gekriegt hat. Und auch mit der Arbeit des Trainerteams um Möhrle ist man mehr als einverstanden. "Das haben wir ihnen auch in der letzten Woche noch mal gesagt, dass wir mit der Art und Weise ihrer Arbeit sehr zufrieden sind", erklärt Scheibel. Ohnehin sei man laufend im Austausch. Man nehme nun eher die Spieler in die Pflicht. Und hier gibt es in der Tat noch viel Luft nach oben. Anders lassen sich Auftritte wie bei der 0:5-Rekordniederlage bei Phönix Lübeck und beim 2:6 bei Werder Bremen II nicht erklären.

Das Team, das gegen Oldenburg trotz des Ergebnisses Fortschritte in Sachen Engagement und Geschlossenheit machte, ist noch nicht eingespielt. Das liegt auch daran, dass die Neuzugänge noch nicht ihre volle Qualität unter Beweis stellen konnten - auch nicht die Profis. Kobylanski ist die fehlende Spielpraxis der letzten Monate weiterhin anzumerken. Und am Freitag patzte auch Zander doppelt, nachdem er zuvor meist solide Auftritte hingelegt hatte. Hervorgetan haben sich bislang allenfalls Offensivkünstler Pelle Hoppe und Abwehrmann Johannes Sabah.

Hinzu kam, dass zuletzt auch einige etablierte Kräfte nicht an ihr normales Leistungsniveau kamen. So entstand eine Situation, in der sich BW Lohne defensiv äußerst verwundbar präsentierte und offensiv noch nicht ins Rollen kam. Ein paar Fehler machten in einem insgesamt eher schwachen Spiel gegen abgezockte Oldenburger den Unterschied. In beiden Halbzeiten nutzte der VfB jeweils seine erste Chance zum Torerfolg. BWL arbeitete hart, blieb aber ohne Lohn und wurde zu selten richtig gefährlich.

Muss der NFV-Pokalsieger nach dem ernüchternden Auftakt jetzt seine Ziele korrigieren? Nein, findet Scheibel. Er hat die Hoffnung, dass "wir die Konstanz finden und alles zueinander passt". Man müsse allerdings "die Sinne schärfen, dass es wichtig ist, nicht in eine längere Negativspirale zu kommen". Die Qualität für einen Umschwung ist zweifelsfrei da - man sieht sie nur noch nicht auf dem Platz.