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Mbangula: "Ich mag es nicht, im Rampenlicht zu stehen"

kicker

Aus Bremens Trainingslager in Zell am Ziller berichtet Tim Lüddecke

Die Verpflichtung liegt schon ein paar Tage zurück, die ersten Einschätzungen zum Werder-Neuzugang wurden ausgesprochen, genauso die Erläuterungen, wie der Deal mit Juventus Turin zu Stande kam. Und nachdem Samuel Mbangula auf dem Trainingsplatz seit vergangenem Donnerstag sukzessiv eingegliedert wurde (wobei das Testspiel gegen Parma noch zu früh kam), stellte sich der 10-Millionen-Euro-Mann am Montagnachmittag dann auch öffentlich vor.

Der 21-Jährige machte einen zurückhaltenden, um nicht zu sagen scheuen Eindruck - den er auch selbst bestätigte. "Um ehrlich zu sein, mag ich es nicht so sehr, im Rampenlicht zu stehen. Mediensachen und so etwas - dabei fühle ich mich gar nicht so wohl", sagte Mbangula mit leiser Stimme: "Ich rede nicht so viel, bleibe lieber bei mir. Aber das gehört nun mal auch dazu, Profifußballer zu sein."

Mbangula: "Druck gibt es überall im Fußball"

Generell war es in den letzten Tagen ziemlich viel für den jungen Belgier nach dessen Ankunft im Zillertal: "Aber nachdem ich den Staff und das Team kennengelernt habe, hatte ich auch eine gute Zeit." Dass er Werder als seinen nächsten Karriereschritt gewählt hat, führte der Neuzugang darauf zurück, dass der Klub ihm "viel Vertrauen" in den Gesprächen entgegengebracht hatte: "Das will ich jetzt zurückzahlen - auf dem Platz."

Ob ihm die zweithöchste Ablöse der Klubgeschichte, die die Bremer für ihn nach Italien entrichteten, einen besonderen Druck auferlegt, verneinte Mbangula: "Druck gibt es überall im Fußball." Rund einen Monat liege der erste Kontakt zwischen dem Spieler und Werder zurück, ausschlaggebend war dann unter anderem auch der Austausch mit Werder-Cheftrainer Horst Steffen: "Er kannte mich bereits sehr gut , wusste genau, wie ich spiele", so Mbangula: "Er hat eine Idee, wie er mich einsetzen will. Das war mir sehr wichtig."

Juventus-Aus? "Das war ein bisschen hart zu akzeptieren"

Bei Juventus hatte man ihm signalisiert, nicht mehr mit ihm zu planen, erklärte der 21-Jährige: "Das war ein bisschen hart zu akzeptieren nach fünf Jahren im Verein - aber auch so ist der Fußball: Manchmal bist du Teil der Zukunftsüberlegungen, manchmal nicht." Als Werder seinem Berater daraufhin deutlich machte, "dass sie mich wollen, war die Entscheidung so gut wie gefallen", sagte der Neuzugang.

Was er beim italienischen Topklub jedoch ausdrücklich lernte, war Disziplin: "Nichts ist dir sicher - man muss immer weiterarbeiten und nie zufrieden sein, um seine Schwächen abzustellen." Insbesondere Ex-Coach Thiago Motta habe ihm dabei vieles beigebracht: "Er hat mir viele meiner Fehler aufgezeigt. Natürlich war das nicht immer einfach, aber davon habe ich enorm profitiert - dafür bin ich ihm sehr dankbar."

Neymar? "So ist das auch bei mir"

Mbangula sei sehr gläubig, berichtete er, als er auf persönliche Facetten angesprochen wurde: "Aber ich gehe hier jetzt nicht in die Kirche - ich lese die Bibel und bete für mich in meinem Zimmer - that’s it." Auch um Superheld Spiderman ging es dann. "Er ist lustig, aber er kann auch ernst sein, wenn er will”, erläuterte Mbangula: "Es geht ihm bei allem immer um die positiven Dinge."

Als Spieler, der ihn am meisten inspirierte, gab der Belgier indes den Brasilianer Neymar an: "Als Außenspieler, als Zehner oder generell als Angreifer schätzt ihn jeder - und so ist das auch bei mir." Was ja auch zu seinem eigenen Positionsprofil passt, das Mbangula selbst als völlig flexibel einschätzte: "Rechter Flügelspieler, linker Flügelspieler, oder in der Mitte - für mich macht das keinen Unterschied." Wann nach seinem Trainingsrückstand mit ihm zu rechnen sei? "Es kommt langsam, aber es kommt" - also:  "Sehr bald."