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Meppens Vollstrecker Ulbricht: Besser als Undav

kicker

Als "Wunschlösung für das Sturmzentrum" wurde Julian Ulbricht vom Sportlichen Leiter Olufemi Smith präsentiert, als er in diesem Sommer beim SV Meppen vorgestellt wurde. Der 26-Jährige unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre. Das Gesamtpaket der Meppener - mit den Fans, dem Stadion und den klaren Zielen - habe ihm die Entscheidung leichtgemacht, sagte Ulbricht. Er habe ein richtig gutes Gefühl.

Schnell wurde dieses Gefühl bestätigt. Bereits in der Vorbereitung schoss der Ex-Kapitän des Regionalliga-Rivalen FC St. Pauli II und Nachfolger von Marek Janssen (wechselte zum Drittligisten Rot-Weiss Essen) Tor um Tor. Eine Abschlussqualität, die Ulbricht seit dem Saisonstart auch in der Regionalliga Woche für Woche unter Beweis stellt.

Beim 4:0 gegen den Tabellenführer Jeddeloh II traf der gebürtige Hamburger am Freitagabend erstmals dreimal in einem Meppen-Spiel, steht damit nach acht Partien bereits bei zehn Saisontreffern. Kein SVM-Stürmer der letzten Jahre legte im Emsland einen solchen Start hin. Weder Benjamin Girth (sieben Tore in den ersten acht Regionalliga-Spielen) noch Nick Proschwitz (fünf in der 3. Liga), Marvin Pourié (vier in der 3. Liga) oder Deniz Undav (zwei in der 3. Liga) kamen auf die Ausbeute des aktuellen Meppen-Goalgetters.

Mit Standing Ovations wurde Ulbricht bei seiner Auswechslung gefeiert. Tosender Applaus brandete auf, als der 26-Jährige in der 73. Minute für Simon Engelmann den Platz verließ. "Es war ein Bombengefühl, ich hatte schon ein bisschen Gänsehaut", berichtete Ulbricht. Sowohl dessen Eltern als auch seine schwangere Frau Dilara saßen während der Begegnung auf der Tribüne. Vater Klaus war selbst Profi und spielte von 1987 bis 1991 beim FC St. Pauli.

Ausgebildet beim HSV und St. Pauli

Ausgebildet wurde Ulbricht in den Nachwuchsleistungszentren des FC St. Pauli und des Hamburger SV. Ein Mann der großen Worte ist er nicht. Lieber lässt "Ulbo" seine Tore für sich sprechen. Ausgemalt hatte er sich schon, dass es in Meppen gut laufen könnte. Hintergedanke des Wechsels sei es gewesen, noch mehr Chancen zu haben als bei seinen vorherigen Stationen, erklärt er. "Dass man natürlich so viel trifft, ist super, und dass es der Mannschaft hilft, umso besser", sagt er. Mittlerweile sei man gut abgestimmt. "Vorn haben wir auch ein gutes Kombinationsspiel. Es macht einfach Spaß."

Ulbricht entpuppt sich beim SV Meppen als echter Strafraumspieler mit Vollstreckerqualitäten. Alle Tore erzielte er dort, wo in der Regel die meisten Abschlüsse verzeichnet werden. Fünfmal traf er mit rechts, zweimal mit links. Darunter ein Elfmeter. Drei Treffer erzielte Ulbricht mit dem Kopf.

"In der Box ist er da und sagt einfach Dankeschön", erklärt Meppens Kapitän Jonas Fedl über seinen Mittelstürmer. "Er ist ein eiskalter Torjäger", urteilt Teamkollege Oliver Schmitt über Ulbricht. "Wenn er den Ball im Sechzehner hat, dann klingelt es oft." Man sei überglücklich, dass er so viele Tore mache. Das Kombinationsspiel mit Ulbricht funktioniere gerade super, ergänzt der Ex-Kölner. Fedl bestätigt: "'Ulbo' ist derjenige, der das gerade vollendet, aber wie wir es rausspielen, das ist einfach schon gute Qualität."

Auch Trainer Lucas Beniermann kennt und schätzt den Wert von Ulbricht. Richtig gut und stabil mache er das, lobt der 35-Jährige seinen Sommerzugang nach dem Jeddeloh-Spiel. "Er steht dann vorn mit seinen drei Toren, aber dahinter steht eine Gruppe, die ganz, ganz viel dafür tut, dass wir gemeinsam feiern dürfen."