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Mit der "Schott-DNA" zum Klassenerhalt? Mainzer "müssen sich nicht verstecken"

kicker

Zwei Team-Events streute der Aufsteiger TSV Schott Mainz in seine Vorbereitung auf die Regionalliga Südwest ein. Einmal ging man auf Einladung eines Sponsors essen - inklusive Abendprogramm. Und einmal hatte der Mannschaftsrat die Planungshoheit. Das Motto: "Sport und Spiele", mit Beachvolleyball, Fußballtennis und vielem mehr. "Vor einigen Jahren wären es wohl noch Kneipe und Club geworden", muss Kapitän Jost Mairose schmunzeln.

Die Mainzer sind Amateure - allesamt -, arbeiten, studieren, sind in Ausbildung. Und spielen abends Fußball. Das allerdings mit einem Anspruch an sich selbst, den man professionell nennen kann. Das Wort "Eigenmotivation" führen die Spieler gern an. "Das ist nicht ganz einfach, wenn man auf der Arbeit alles gibt - und dann abends im Training dasselbe erwartet wird", gibt Mairose zu. Doch die Mannschaft ist eine verschworene Einheit, man treibt sich gegenseitig an. "Bessere Bedingungen als bei Schott kann man im Amateurfußball nicht vorfinden", sagt Abwehrchef Dominik Ahlbach. Der TSV investiert lieber in Trainings-Infrastruktur, bei der Leistungsdiagnostik beginnend, als in Gehälter. Mit vier Physiotherapeuten und erstklassiger medizinischer Betreuung sind die Bedingungen in der Tat professionell.

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Die Spieler wissen dies wertzuschätzen und antworten mit Leistung. 34 Spiele, 91 Punkte - noch nie, seit die Oberliga Südwest 1978 damals als höchste Amateurspielklasse gegründet wurde, hatte eine Mannschaft einen besseren Punkteschnitt. Kein Wunder, dass bis auf Top-Torjäger Lennart Thum alle Stammspieler gehalten wurden. Vier Zugänge kommen aus der Oberliga, zwei von Regionalliga-Reservebänken. Ganz wesentlich setzt der TSV auf seinen Aufstiegskader.

Erwachsen geworden

Es ist die fünfte Saison in der Viertklassigkeit seit dem erstmaligen Aufstieg 2017. Die Grünschnäbel von damals, die ihren Teamevent ganz sicher noch in Kneipe und Club verbracht hätten, sind erwachsen geworden. Über 800 Regionalliga-Spiele Erfahrung bringt der Kader zusammen - mehrheitlich im TSV-Trikot gesammelt. Mairose, Ahlbach und Silas Schwarz haben die 100er-Marke geknackt, Leon Kern und Jan Just sind als Nächstes dran. Gemeinsam mit Spielmacher Etienne Portmann und Drittliga-Veteran Daniel Bohl bilden sie eine Achse, die mit allen Wassern gewaschen ist.

Der Kapitän verweist auf die gute Altersstruktur und die hohe Beständigkeit im sportlichen Auftreten. Beim letzten Regionalliga-Auftritt 2023/24 war die Mannschaft nicht fit genug, und es gab latente interne Friktionen um Chefcoach Aydin Ay herum, die im Misserfolg hervortraten. Im Herbst übernahm Trainer-Eigengewächs Samuel Horozovic, führte das Team auf Rückrunden-Rang 10, brachte mit akribischer Arbeit und klarer sportlicher Handschrift das, was der Sportliche Leiter Sascha Meeth die "Schott-DNA" nennt, zurück. "Das ist eine richtig starke Liga", sagt der 28-Jährige. "Verstecken müssen wir uns nicht, aber für uns muss immer alles passen."

Das Budget ist dasselbe geblieben - und für Regionalliga-Verhältnisse weiterhin rekordverdächtig niedrig. Die Ansprüche der Mainzer an sich selbst sind dafür maximal. "Und fit sind wir auf jeden Fall", beteuert Mairose vor dem Aufsteiger-Duell bei Bayern Alzenau.