Die Fans des MSV Duisburg dürften am Donnerstagabend nach dem Niederrheinpokal beim Landesligisten Nettetal ordentlich durchgepustet haben. So zwang der Außenseiter den Tabellenführer der 3. Liga in die Verlängerung, in der Thilo Töpken die Zebras rettete. Obwohl Dietmar Hirsch natürlich auch bewusst war, dass sein Team schlecht spielte, zog er auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Wiesbaden (Samstag, 14 Uhr, LIVE! bei kicker) auch einen positiven Aspekt daraus. "Wenn du durch solch eine Situation durchkommst, wirst du vielleicht noch stärker", so der MSV-Trainer.
Bezeichnend für ihn war der Einsatz von Doppelpacker Töpken. Obwohl der Angreifer angeschlagen war, stand er - auch aufgrund des ausgeschöpften Wechselkontingents - bis zur 120. Minute auf dem Platz. Für dieses Durchhaltevermögen belohnte sich der 26-Jährige eben selbst mit dem Siegtor. "Ich bin sehr stolz, dass er es so durchgezogen hat", erklärte Hirsch.
Fragezeichen hinter Töpken, Müller und Sussek
Diese Mentalität bringt aber offenbar noch nicht jeder seiner Schützlinge mit. "Neue Spieler müssen erst einmal verstehen, welche Mentalität hier herrscht. Wir erwarten hier Ruhrpott-Fußball. Das fehlt mir manchmal noch so ein bisschen", so Hirsch. Als Positivbeispiel führte er unter anderem Simon Symalla an, der sich "in alles reinhaut". "Da können sich andere Spieler, ohne Namen zu nennen, schon eine Scheibe von abschneiden. Und damit meine ich gestandene Spieler, die schon etwas erlebt haben", erläuterte der gebürtige Viersener.
Dementsprechend dürfte die Startelf im Topspiel gegen Wiesbaden wohl wieder zum Großteil aus Spielern der Aufstiegsmannschaft bestehen. Doch hinter drei von ihnen steht noch ein Fragezeichen: Neben Töpken plagen Leon Müller und Patrick Sussek muskuläre Probleme. "Wir müssen bei allen Spielern schauen, was Sinn macht", so Hirsch. Angesichts der zweiten englischen Woche in Folge wird er sicher kein Risiko eingehen.