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Nach "einzigartiger Rückrunde": Hof wieder in ruhigerem Fahrwasser

kicker

Sportlich geriet der Bayernligist durch eine schwache Hinrunde in Abstiegsnöte, sodass erstmalig in der Vereinsgeschichte der Sturz in die Sechstklassigkeit drohte. Dabei hatten die Hofer nach Platz 6 in der vorangegangenen Saison eigentlich mit Höherem geliebäugelt - und sich so in ein finanzielles Wagnis begeben. Die Quittung: Der Verein manövrierte sich auf finanzieller Ebene ebenfalls in eine Schieflage. Schon der Start der Rückrunde wäre ohne eine Crowdfunding-Aktion wohl nicht möglich gewesen. Die erwies sich dann allerdings als erfolgreich - und eröffnete der Mannschaft von Trainer Henrik Schödel somit den Klassenerhalt auf sportlichem Wege zu sichern.

Die Ausgangslage war dabei personell wie tabellarisch durchaus anspruchsvoll: Einerseits wurde der Kader im Winter um vier Spieler verschlankt und war folglich klein, aber konkurrenzfähig. Andererseits kam die Hypothek der schwachen Hinrunde dazu: 21 Zähler hatten die Hofer in 23 Partien im Jahr 2024 gesammelt. Auf den ersten Nichtabstiegsplatz fehlten fünf Punkte, wobei die dort platzierte DJK Gebenbach sogar noch ein Nachholspiel sowie den gewonnenen direkten Vergleich in der Hinterhand hatte.

Serie in 2025

Doch die Hofer ließen sich nicht beirren und setzten beim FV Würzburg zum Auftakt des Jahres 2025 gleich ein Ausrufezeichen (1:0). "Wir hatten damals vier Jugendspieler auf der Bank. Da dachte man nicht wirklich, dass wir was holen können, wir haben uns aber reingekämpft und verdient gewonnen. Die gemeinsame Fahrt nach Hause im Bus war dann schon ein erstes Highlight", berichtet Schödel von einem ersten Schlüsselmoment, nach dem der gemeinsame Glaube an den Klassenerhalt großen Zuwachs erhielt.

Der Auftritt in Unterfranken war im Rückblick zudem eine Blaupause des generellen Auftretens der Hofer Bayern in der zweiten Halbserie. Als Basis diente eine äußerst stabile Defensive, die sich in elf Partien nur noch sieben Gegentreffer einfing. "Jeder hat die Drecksarbeit gemacht. Vom Torwart angefangen bis in die Spitze - nur so konnten wir hinten bombensicher stehen. Wir waren eine Einheit, die um jeden Zentimeter gekämpft hat und in der jeder für den anderen da war. Und offensiv haben wir Leute, die ein Spiel allein entscheiden können", skizziert der A-Lizenz-Inhaber das Erfolgsrezept seiner Truppe. Die lieferte mit den Auswärtssiegen beim damaligen Tabellenführer ATSV Erlangen (2:0) oder beim enorm heimstarken Aufsteiger aus Weiden (3:1) weitere Highlights. Insbesondere das Spiel in der Oberpfalz katapultierte die SpVgg fast schon zum sicheren Klassenerhalt: Denn nach acht ungeschlagenen Partien in Serie war aus den anfänglichen fünf Zählern Rückstand ein Vorsprung von fünf Punkten geworden.

Sahnehäubchen zum Schluss

Doch weil in der Folgewoche die Konkurrenz aus Regensburg und Ammerthal siegte und die Hofer Bayern parallel den Last-Minute-Knockout gegen den Tabellenführer aus Eichstätt erlitten (1:2), drohte vor den finalen 180 Minuten der Saison auf einmal wieder die Relegation. Zu allem Überfluss wartete an Spieltag 33 mit der drittplatzierten U 21 des FC Ingolstadt die wohl spielstärkste Mannschaft der Bayernliga - und die Hofer mussten zunächst tatsächlich leiden. "Nach 20 Minuten dachte ich schon, dass wir unter die Räder kommen, wenn wir nicht reagieren", berichtet der 56-Jährige. Doch nach einer Umstellung hatten die Gelb-Schwarzen das Spiel "super im Griff", siegten mit 2:1 und behielten vor dem abschließenden Heimspiel gegen Fortuna Regensburg weiterhin alle Trümpfe in der eigenen Hand. Was folgte war wohl das Sahnehäubchen, denn gegen den Sechsten der Tabelle spielte die Mannschaft "die beste erste Halbzeit der Saison" und stellte schon zur Halbzeit die Weichen auf Sieg. Und weil es im zweiten Durchgang beim 3:0 blieb, war der Hofer Ligaverbleib am letzten Spieltag perfekt.

Schödel verlängert nach "einzigartiger Rückrunde"

"Das war tatsächlich eine einzigartige Rückrunde - auch für mich persönlich nach über 35 Jahren Tätigkeit als Trainer", hebt der erfahrene Übungsleiter den Stellenwert der Leistungen hervor. Rein tabellarisch schlossen die Hofer in der isolierten Betrachtung des Jahres 2025 als Dritter ab - kein Wunder, dass der Verein gerne mit dem erst im Herbst eingesprungenen Coach verlängern wollte. Schödel bat zunächst um Bedenkzeit, offenbart nun jedoch im Gespräch, dass er seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hat. Bei den Anhängern hegt sich daher zurecht die Hoffnung, dass sportlich wieder ruhigere Zeiten beim Traditionsverein einkehren.

Der Kader bleibt zudem größtenteils zusammen - auch, wenn sich mit Alexander Seidel ein Leistungsträger zum oberfränkischen Rivalen SpVgg Bayreuth verabschiedet. Ganz untätig sind die Verantwortlichen ihrerseits allerdings nicht gewesen: Das Torwart-Trio komplettieren Rückkehrer David Guyon und U-19-Keeper Felix Wirth und fürs Mittelfeld stößt der US-Amerikaner Giancarlo Ramirez aus der Landesliga zum Kader. Besonders spannend dürfte zudem die Verpflichtung von Sturmtank Lucas Seidel sein: Der 22-Jährige wechselt aus der Oberliga NOFV-Süd zu den Bayern und weist mit 2,07 Metern eine fast schon untypische Fußballerstatur auf. Wer von den Neuen eine Soforthilfe darstellt, wird sich dann in der Vorbereitung zeigen, welche am Mittwoch ihren Auftakt nahm. Parallel rief der Verein am Abend zur Jahreshauptversammlung auf, der auch Neuwahlen des derzeit nur kommissarisch agierenden Vorstands anstanden. Zudem wurde dort verkündet, dass der Verein sowie die GmbH die Saison in finanzieller Hinsicht positiv abgeschlossen haben. Ein weiteres Zeichen, das nur einen Schluss zulässt: Es geht wieder aufwärts mit der SpVgg Bayern Hof.