In letzter Minute sicherte sich der Hanauer SC am vergangenen Wochenende einen Punkt: Als Ryunosuke Aso in der dritten Minute der Nachspielzeit nach einem Eckball zum 2:2-Ausgleich gegen den SV Darmstadt 98 II traf, war der Jubel beim Hessenligisten entsprechend groß. "Die wenigsten haben damit gerechnet, dass wir nach diesem Start dort etwas holen. Das Ergebnis geht in Ordnung. Auf diesem Spiel können wir aufbauen", freut sich HSC-Coach Abassin Alikhil.
Nach drei Niederlagen zu Saisonbeginn hat seine Elf nun vier Punkte auf dem Konto; der bislang einzige Sieg glückte im Derby gegen Nachbar FC Hanau 93 (2:1). "Das muss man einordnen können nach diesem Umbruch. Die Jungs machen das gut, sie sind lernwillig. Ich bin guter Dinge", so Alikhil.
Der 34-Jährige muss indes nicht nur 17 Neuzugänge integrieren, sondern auch den Abgang mehrerer Stammkräfte kompensieren - darunter Akteure wie Pau Babot (Rot-Weiß Walldorf), Ahmet Dogan (SV Hummetroth) und Loris Weiss. Der mit 14 Treffern erfolgreichste Torschütze des Vorjahres läuft mittlerweile für Ligakonkurrent Eintracht Stadtallendorf auf. Neu beim HSC sind unter anderem Ali Kazimi (Viktoria Griesheim), Mert Pekesen (SG Bad Soden) sowie Emir Sejdovic, der 2024/25 noch in der Regionalliga Bayern für Türkgücü München zum Einsatz kam.
Ex-Nationalspieler als Konstante
Entsprechend viel Wert wird auf die Integration der zahlreichen Neuverpflichtungen gelegt: "Wir wollen jetzt reinkommen, so früh wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben", betont Alikhil, der weiter auf seinen Kapitän bauen kann: Zubayr Amiri, wie sein Trainer ehemaliger Nationalspieler Afghanistans, kam 2023 von Eintracht Frankfurt II und ist eine der Konstanten. Als "für die Moral überragend" bezeichnet der 35-Jährige den späten Punktgewinn bei den Junglilien. Zweimal in dieser Saison erlebte das Team schließlich schon das Gegenteil. Sowohl gegen den SV Hummetroth (0:1) als auch gegen Türk Gücü Friedberg (1:2) verhinderte ein Gegentreffer in der Schlussphase der Partie einen Punktgewinn.
Wie viele andere Beobachter beschreibt Amiri das Niveau der Liga als "deutlich verbessert". Jeder Spieltag bringe eine Überraschung mit sich: "Ich bin überzeugt davon, dass jeder jeden schlagen kann." Wo wird sich Hanau einordnen? "Bei einem so großen Umbruch mit vielen jungen Spielern gibt die Zeit die Antworten. Wir sind aber auf einem guten Weg, die Mannschaft ist fit. Nach zehn Spieltagen werden wir sehen, wo wir stehen", sagt Amiri - dessen Cousin Nadiem eine zentrale Figur bei Bundesligist FSV Mainz 05 ist.
Am Samstag gegen Walldorf
Erneut gefordert wird der HSC am Samstag (15:30 Uhr) sein: Dann empfängt er Rot-Weiß Walldorf. Der Viertplatzierte des Vorjahres erlebte am vergangenen Wochenende torreiche 90 Minuten gegen den FC Gießen (4:4) und hat einen Zähler mehr als Hanau geholt (5). "Das ist eine Mannschaft, die voll aufs Gaspedal tritt. Ich erwarte ein sehr intensives Spiel. Es wird schwierig, aber wir tun alles dafür, die drei Punkte bei uns zu behalten", erklärt Alikhil.
Ein Ex-Hanauer wird allerdings nicht mit von der Partie sein: Pau Babot. Den Defensivallrounder zog es vor der Saison nach Walldorf. Das Duell mit seinem ehemaligen Verein verpasst er aufgrund seiner erneuten Nominierung für die Nationalmannschaft Andorras. Diese trifft im Rahmen der WM-Qualifikation auf England - dem 22-Jährigen winkt dabei der fünfte Einsatz für die Auswahl des kleinen Pyrenäenstaates.