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Nach überraschendem Schmidt-Aus: Landsberg setzt Ex-Profi-Duo auf die Trainerbank

kicker

Es war keine Personalentscheidung wie jede andere, mit der der Bayernligist TSV Landsberg vor rund zwei Wochen für Schlagzeilen sorgte. Nach einem durchaus gelungenen Saisonstart mit elf Punkten aus den ersten fünf Partien und Tabellenplatz zwei trennte sich der Fünftligist völlig überraschend von Trainer Alexander Schmidt.

Nicht nur der Zeitpunkt, sondern auch die Gründe für die Trennung waren ungewöhnlich. So soll der 56-jährige Fußballlehrer, der in der Vergangenheit bereits Traditionsklubs wie 1860 München, Jahn Regensburg oder Dynamo Dresden trainiert hatte, dem Verein aus dem Westen Münchens schlichtweg zu professionell gewesen sein.

Während Schmidt aus seiner Vergangenheit die Strukturen und Abläufe des Profifußballs gewohnt war, herrschen in Landsberg andere finanzielle und strukturelle Voraussetzungen. "Unsere Spieler gehen tagsüber ihrem Beruf nach und stehen abends im Training - entsprechend anders müssen auch Trainingssteuerung und Ansprache erfolgen. Diese Anpassung ist leider nicht in der gewünschten Form gelungen." Laut Angaben des Bayernligisten wuchs in der Folge die Distanz zur Mannschaft - "und am Ende fehlte sowohl sportlich als auch menschlich die gemeinsame Wellenlänge".

„Wenn kein finanzielles Entgegenkommen möglich ist und die Distanz sowie die Unzufriedenheit in der Mannschaft immer größer werden, muss der Verein reagieren.“ (Christoph Rech)

Außerdem habe es wohl auch finanzielle Meinungsverschiedenheiten gegeben. Schmidt, der vor rund einem Jahr nach Landsberg geholt worden war, sei es nicht gelungen, "sich auf die besonderen Rahmenbedingungen des gehobenen Amateurfußballs in der Bayernliga Süd einzustellen". Das betont auch Landsbergs Sportlicher Leiter Christoph Rech, der künftig gemeinsam mit Furkan Kircicek an der Seitenlinie stehen wird: "Wenn kein finanzielles Entgegenkommen möglich ist und gleichzeitig die Distanz sowie die Unzufriedenheit in der Mannschaft immer größer werden, muss der Verein reagieren."

Von der Not- zur Dauerlösung

Wie FuPa berichtet, wird die zunächst als Interimslösung gedachte Trainerkonstellation nun zur Dauerlösung. Das Duo Rech/Kircicek fügt sich dabei ideal in die Landsberger Trainerhistorie ein - schließlich blicken beide, wie bereits ihre Vorgänger, auf eine Karriere im Profifußball zurück. Rech absolvierte unter anderem viele Jahre in der Regionalliga und kam auf fünf Drittliga-Einsätze für Jahn Regensburg. Kircicek stand während seiner Laufbahn unter anderem für Chemnitz, Memmingen und Illertissen auf dem Platz - und lief in der 3. Liga auch für Türkgücü München auf.

Seit dem Trainerknall ist beim TSV allerdings mächtig Sand im Getriebe. In den beiden Ligaspielen seit der Entlassung von Alexander Schmidt sprang lediglich ein Punkt heraus. Im Pokal lieferte man sich zwar einen packenden Schlagabtausch mit dem FC Ingolstadt, zog am Ende jedoch mit 4:7 den Kürzeren. Am morgigen Samstag soll nun die Wende gelingen: Der TSV peilt den ersten Sieg unter dem neuen Trainerduo an - Anpfiff beim SV Kirchanschöring ist um 15 Uhr.