Fehlercode: %{errorCode}

"Neue Mannschaft aufbauen": Romerts Führungsstil trägt in Heimstetten Früchte

kicker

Es war eine besondere Meldung - und doch irgendwie eine logische Entscheidung, als der SV Heimstetten im April die Nachfolge von Trainer Roman Langer verkündete: Denn einerseits coacht mit Sarah Romert erstmals eine Trainerin in der Herren-Bayernliga, andererseits war die 30-Jährige bereits als Co-Trainerin beim SVH aktiv und kann die erfolgreiche Arbeit von Langer nun fortsetzen. "Dadurch, dass ich letztes Jahr schon Verantwortung übernommen habe, hat sich unser Grundgedanke nicht komplett geändert. Wir wollen weiterhin offensiven und mutigen Fußball spielen", betont Romert.

Lediglich in Detailfragen wurden Anpassungen vorgenommen - in Rücksprache mit dem Trainerteam, das von den Co-Trainern Niklas Eberhardt und dem noch spielenden Kapitän Lukas Riglewski vervollständigt wird. "Wir haben vorab viel gesprochen, um eine gemeinsame Spielauffassung zu haben: Wo können wir den nächsten Schritt machen? Was wollen wir anpassen und wo wollen wir in die Tiefe gehen?", erklärt die ehemalige Bundesliga-Spielerin des FC Bayern. Dabei sei aus Trainersicht vor allem wichtig, einen "Rahmen zu schaffen, in dem wir uns bewegen wollen". Kurzum: Wie kann jeder Spieler innerhalb seiner Möglichkeiten Verantwortung übernehmen und so zum Erfolg des Kollektivs beitragen.

Umbruch und positive Fehlerkultur

Bestens vorbereitet startete der SV Heimstetten somit in die neue Runde - und doch waren die Rahmenbedingungen durchaus herausfordernd: Schließlich hatte der Verein aus dem Münchner Osten einen Umbruch im Kader zu verzeichnen, wobei insbesondere in der Offensive arrivierte Kräfte neue Aufgaben suchten. "Wir waren uns daher bewusst, dass nicht alles von heute auf morgen geht. Immerhin mussten wir mit vielen jungen Spielern eine neue Mannschaft entwickeln", war Romert auf einen nicht reibungslosen Saisonstart eingestellt. Und der kam: Siebenmal blieb die junge Truppe zum Auftakt sieglos, immerhin fünfmal sprang jedoch ein Zähler heraus - unter anderem auch gegen den ansonsten punktverlustfreien TSV 1860 München II.

Kritik kam in dieser Phase allerdings nicht auf: Weder aus dem Verein noch mannschaftsintern - ein weiterer Punkt, der Romert in der Mannschaftsführung enorm wichtig ist: "Ich setze auf eine sehr positive Kommunikation. Ich finde, dass es ganz allgemein nur funktionieren kann, wenn positiv und wertschätzend übereinander gesprochen wird. Natürlich mit einer gewissen Klarheit und Schärfe auf dem Platz, aber stets mit einer positiven Fehlerkultur." Eine Herangehensweise, die aufgrund des jungen Durchschnittsalters beim SVH umso sinnvoller erscheint. Ein frisch der Jugend entwachsener Akteur ist schließlich zumeist wankelmütiger im Auftreten als ein routinierter Spieler mit zehn Jahren Erfahrung im Herrenbereich. Ein konstruktiver Umgang mit Fehlern ist da zweifelsfrei hilfreich: In Heimstetten hat der Ansatz jedenfalls "gefruchtet" - und auch sportlich hat die Elf den richtigen Weg eingeschlagen.

Offensivmotor ist angelaufen

Mit drei Siegen gegen die ehemaligen Regionalligisten aus Schalding-Heining (3:2), Top-Favorit Pipinsried (4:2) und Türkgücü München (4:1) hat sich "Hoaschdeng" eindrucksvoll in der Liga zurückgemeldet. "Die Siege zeigen: Wir können gewinnen und wir können Tore schießen", freut sich Romert über den ersten Lohn der gemeinsamen Arbeit. Tabellarisch hat sich der ehemalige Regionalligist aus dem Tabellenkeller ins obere Mittelfeld vorgearbeitet und sich so an die eigenen Ziele angenähert.

Dass diese in einer qualitativ sehr eng beieinander liegenden Bayernliga Süd nicht ad-hoc erreicht werden können, war allen Verantwortlichen vorab bewusst. Rückschläge waren folglich eingeplant, sodass man "über den Entwicklungsprozess oben anklopfen" will. Schließlich sei das Ziel nicht der reine Klassenerhalt, sondern "ein Platz im oberen Drittel". Stand heute befindet sich der SV Heimstetten somit vollkommen im Soll - oder wie es eine zufriedene Sarah Romert formuliert: "Bisher ist es uns ganz gut gelungen, den erhofften Weg einzuschlagen."