Die Bilanz des einzigen Viertligisten aus dem bayerischen Bezirk Oberpfalz ist nach sechs Spieltagen mit nur vier Punkten mager. Zudem sind die Huthagrten-Kicker erstmals seit dem Regionalliga-Aufstieg 2022 bereits in der zweiten Runde im Toto-Pokal ausgeschieden - und zwar im Elfmeterschießen beim eine Klasse tiefer spielenden Bayernliga-Spitzenreiter TSV Neudrossenfeld. Die Erkenntnis nach den ersten Spielen ist, dass es wohl keine leichte Saison für den Vizemeister von 2024 werden wird.
Natürlich sind die Umstände erklärbar. Der Kader ist in Teilen verändert, Leistungsträger wie Torhüter Max Putz (FSV Landau/Isar), Jim-Patrick Müller (TSG 08 Roth) und der bisherige Kapitän und Sechser Paul Grauschopf (Weltreise) haben sich im Sommer verabschiedet. Mit Fabian Eutinger (21) vom TSV Rain/Lech konnte ein neuer Keeper verpflichtet werden, der gute Ansätze zeigt, der aber noch kein Zu-Null-Spiel aufweisen kann. Im Mittelfeld soll der junge Nik Leipold (21), immerhin Deutscher A-Jugendmeister 2023 mit dem FSV Mainz 05, die Fäden ziehen, doch der konnte aufgrund von Verletzungen noch keinen Stammplatz ergattern. Einen starken Sechser mit dem Format von Grauschopf konnten die Vilzinger nicht an Land ziehen, der fehlt - und das ist eklatant. Die Vilzinger hoffen darauf, dass Grauschopf nach dem Ende seiner Auszeit zu Beginn des kommenden Jahres wieder zurückkommt.
Kirschbaum hat Rückendeckung
Mit dem Ex-Klasse-Keeper Thorsten Kirschbaum (38), der unter anderem bei den Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim, VfB Stuttgart und Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag stand, ist ein neuer Trainer gekommen, der im kommenden Jahr die noch fehlende A-Lizenz erwerben möchte. Für den gebürtigen Würzburger, der in Mittelfranken aufgewachsen ist, ist es seine erste Trainerstation und die ist gleich herausfordernd. Auch wenn es aktuell für die Bayerwäldler noch nicht nach Wunsch läuft, so bleiben die Verantwortlichen ruhig und stellen die Arbeit von Kirschbaum nicht infrage. Aber es müssen in den nächsten Spielen weitere Punkte her, wenngleich die nächsten beiden Aufgaben mit dem Zweiten 1. FC Nürnberg II und dem Angstgegner FV Illertissen alles andere als einfach sind.
"Es ist nicht alles schlecht", sagte der DJK-Chefanweiser nach der 2:4-Heimniederlage gegen den TSV Aubstadt, der Flutlicht-Premiere im Manfred-Zollner-Stadion. Aber irgendwie kommt sich der Übungsleiter wie ein Leierkasten vor. Denn es hapert immer wieder an den Abschlüssen, so gab es gegen Aubstadt ein Dutzend bester Torchancen, aber nur zwei Treffer. Und die Gegentorquote ist einfach zu hoch: "Die vier Gegentreffer gegen Aubstadt haben wir viel zu einfach kassiert, darüber werden wir reden müssen. Ansonsten kann ich meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Wir haben gegen Aubstadt ein gutes Spiel gemacht", sagte Kirschbaum am Freitagabend nach der ernüchternden zweiten Heimpleite in dieser Spielzeit.
Vergessen werden darf aber auch nicht, dass es in den ersten vier Partien dreimal gegen vermeintliche Favoriten ging, die SpVgg Unterhaching (1:3), die Würzburger Kickers (0:2) und den SV Wacker Burghausen (1:2).
Mihaylov aus Gießen
Kurz vor Transferschluss konnte mit Martin Mihaylov noch einen Neuzugang gemeldet werden. Der 24 Jahre alte Bulgare ist vom FC Gießen, Absteiger aus der Regionalliga Südwest, gekommen: "Ich kann Innenverteidiger, aber auch Sechser spielen", sagt der Neuzugang. Gegen Aubstadt war er noch nicht spielberechtigt, was in Nürnberg aber der Fall sein sollte. Mihaylov ist eine Ergänzung und soll eine Alternative sein, falls sich jemand vom Stammpersonal verletzt. In Kürze wird auch die Zeit der Gelbsperren anbrechen, auch da ist der Neue einer, der verlässlich seinen Part spielen wird; im Training hat er bereits einen hervorragenden Eindruck hinterlassen.
Eine Hypothek sind wie im Vorjahr zwei Kreuzbandrisse aus der Vorbereitung, mit denen die DJK Vilzing in die Saison gegangen ist. Vor einem Jahr hatte es binnen einer Woche im Mai 2024 Jonas Blümel und Lukas Schröder erwischt, die 2024/25 kein einziges Spiel bestritten haben, inzwischen aber wieder zurück sind. Dieses Mal traf es Martin Tiefenbrunner (29) und Top-Neuerwerbung Markus Ziereis (33); der Mittelstürmer und Ex-Profi ist nach vielen Jahren in der Fremde wieder daheim: "Und dann passiert mir so etwas. Ich hatte noch nie eine so schwere Verletzung", sagte Ziereis am Freitag beim Aubstadt-Spiel, als er erstmals mit Krücken im Stadion auftauchte und seine Kollegen beobachtete. Ziereis will sich aber zurückkämpfen, so will er seine Karriere nicht beenden: "Ich habe vor, auf den Platz zurückzukehren", gab der Center eine klare Ansage ab.
Für die DJK Vilzing wird es, trotz der personellen Widrigkeiten, darauf ankommen, möglichst schnell die Kurve zu kriegen. Denn sonst droht wie im ersten und dritten Regionalliga-Jahr Abstiegskampf.