Der SC Freital ist im vierten Jahr der Oberliga-Zugehörigkeit für seinen bislang besten Saisonstart mit der Tabellenführung belohnt worden - zumindest für eine Nacht. Mit dem 5:0-Erfolg am 5. Spieltag beim FC Einheit Wernigerode war die Mannschaft am Samstag kurzzeitig am VfL Halle vorbeigezogen, der 24 Stunden später den Platz an der Sonne mit dem 2:0 bei Lok Stendal zurückeroberte. "Es war eine schöne Momentaufnahme, ganz oben zu stehen", sagt der Freitaler Trainer Christopher Beck.
Kein Wunder: In der Vorsaison hatte der Verein Mitte September gerade mal ein Pünktchen auf dem Konto. Diesmal sind es zwölf Zähler aus den ersten fünf Spielen geworden. Das macht Tabellenplatz 2 für das Team, das in der Sommerpause mit Felix Hennig (13 Treffer) zwar den besten Torschützen der Vorsaison an Budissa Bautzen abgegeben hat, bei dem andererseits mit Bruno Schiemann (kam aus Bischofswerda) ein Neuzugang bisher am häufigsten (4 Tore) erfolgreich war. "Wir haben uns alle zusammen vorgenommen, diesmal so schnell wie möglich in die Erfolgsspur zu finden. Für den Moment hat das die Mannschaft trotz mehrerer Langzeitverletzter richtig gut gemacht, ohne dass spielerisch alles schon top war", resümiert der Coach.
Systemumstellung fruchtet
Neun Punkte und 10:0 Tore aus den letzten drei Ligaspielen sprechen auch für die Systemumstellung, die Christopher Beck im Sommer 2024 mit dem Aufstieg vom Co- zum Cheftrainer angeschoben hatte. "Die Überlegung war und ist, sich mit mehr Ballbesitz auch mehr Möglichkeiten zu erspielen. Dafür haben wir zwei Systeme einstudiert, die in der vergangenen Rückrunde schon gut gegriffen haben", sagt der 40-Jährige.
Am Ende der Saison 2024/25 stand mit Platz 6 das beste Resultat der Vereinsgeschichte zu Buche. Auch in dieser Saison kommt der Ansatz des Trainers meist zum Tragen, Dämpfer wie das Aus im Sachsenpokal bei der BSG Stahl Riesa inklusive. "Neben der offensiven Durchschlagskraft ist natürlich eine gewisse defensive Stabilität der Schlüssel zum Erfolg", sagt Christopher Beck.
50-Punkte-Marke als Ziel
Drei Gegentore sind aktuell Bestwert der Liga. Doch in Freital weiß man auch, dass demnächst unter anderem mit Krieschow oder Plauen andere Kaliber warten. "Wir wollen den Schwung mit in die nächsten Spiele nehmen und am besten gleich im Heimspiel gegen Sandersdorf weitermachen. Das hatten wir in der Vorsaison verloren", so der SC-Trainer. Sein Saisonziel lautet, diesmal die 50-Punkte-Marke (Vorsaison: 49) zu knacken und die Mannschaft weiterzuentwickeln.
Der gute Saisonstart freut derweil auch die Verantwortlichen des SC Freital, der 2020 aus einer Fusion von Stahl Freital, Hainsberger SV und Motor Freital hervorgegangen ist. "Die Idee dahinter war, die Kräfte in der Stadt zu bündeln, weil alle drei Vereine dieselben Probleme hatten. Fünf Jahre später hat es auf alle Fälle Früchte getragen", sagt Abteilungsleiter Daniel Wirth.
„Und unser großer Traum ist es, langfristig die Nummer 2 im Umland hinter Dynamo Dresden zu werden.“ (Daniel Wirth)
Er macht das nicht nur daran fest, dass sich der SC Freital nach dem Aufstieg 2022 auf Anhieb in der Oberliga etabliert hat, sondern beispielsweise auch am Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Landesliga. "Unsere Philosophie ist es, aus den eigenen Reihen junge Leute nachzuschieben. Und unser großer Traum ist es, langfristig die Nummer 2 im Umland hinter Dynamo Dresden zu werden. Dafür müssen wir finanziell und strukturell aber noch vieles aufbauen", so Daniel Wirth.
Und was sagt der Trainer zur Vision Regionalliga? "Als Sportler sollte man immer Ziele haben", so Christopher Beck. Nach den Millionen-Investitionen der Stadt in die "WGF-Arena - Stadion des Friedens" verfügt der Klub seit Sommer 2024 jedenfalls schon mal über eine schmucke und moderne Heimspielstätte.