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Oswald: "Habe bei Rapid nicht so richtig die Perspektive gesehen"

kicker

Moritz Oswald könnte am Samstag (17 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den LASK sein Debüt für den SCR Altach geben. Erstmals seit 13 Jahren hat er den SK Rapid verlassen. Seine Leihe ins Ländle ist aber in jeder Hinsicht nachvollziehbar. Zu groß ist die Konkurrenz beim aktuellen Tabellenführer, besonders nach diesem Transfersommer. "Ich habe bei Rapid in diesem Jahr nicht so richtig die Perspektive gesehen. Das Wichtigste in meinem Alter ist Spielzeit", erklärt der 23-Jährige im Gespräch mit dem kicker.

Nach so vielen Jahren bei Rapid war der Abschied für den Mittelfeldspieler alles andere als leicht. "Natürlich war es ein ungewohntes Gefühl, Rapid nach all den Jahren zu verlassen. Dennoch war der Schritt jetzt sehr wichtig für meine Entwicklung, dass ich einmal aus meinem gewohnten Umfeld herauskomme und neue Erfahrungen sammle."

Konkurrenzkampf und Verletzungspech

Besonders die große Konkurrenz im Kader erschwerte Oswalds Situation in Hütteldorf. "Es ist schon sehr viel Konkurrenz auf meiner Position. Dazu kam, dass ich mich kurz nach Vorbereitungsbeginn verletzt habe und sechs Wochen ausgefallen bin. In dieser Zeit wurde der Kader noch einmal verstärkt - da hatte ich einfach nicht das Gefühl, mich schnell wieder in die Mannschaft kämpfen zu können."

Im Dezember 2023 hatte sich Oswalds Berater Lino Heiduck öffentlich über eine vermeintlich fehlende Wertschätzung und mangelnde Einsatzzeit beklagt. Nur wenige Tage später folgte dennoch ein klares Bekenntnis des Spielers: Oswald verlängerte seinen Vertrag bei Rapid langfristig bis 2028.

Heute bewertet er die Situation differenzierter, auch wenn ihm der Durchbruch bei Rapid bis dato nicht gelungen ist. Von fehlender Anerkennung will er selbst nicht sprechen: "Nein, würde ich jetzt nicht sagen. Es ist jeder selbst verantwortlich für seine Spielzeit."

Vielseitigkeit als Fluch und Segen

Bei Rapid war Oswalds Flexibilität geschätzt. Ob im Zentrum, rechts hinten oder im offensiven Mittelfeld - er kann viele Positionen bekleiden. Doch das hatte auch seine Schattenseiten: "Diese Vielseitigkeit ist oft Fluch und Segen zugleich. Bei Rapid war es ein Vorteil, weil ich dadurch viel Spielzeit bekommen habe. Aber eigentlich sehe ich mich im Zentrum - und da ist es nicht ideal, wenn man ständig auf anderen Positionen eingesetzt wird."

„Die Playstation ist schon da (lacht).“ (Rapid-Leihgabe Moritz Oswald über seinen Umzug nach Altach)

In Altach soll er nun verstärkt auf seinem Lieblingsposition eingesetzt werden. Die Gespräche mit Sportdirektor und Trainer bestärkten ihn in dieser Entscheidung. "Sie haben sich wirklich bemüht - und diese Wertschätzung ist mir enorm wichtig. Zu spüren, dass ich einen gewissen Stellenwert im Team habe, war letztlich ebenso ausschlaggebend für meine Entscheidung", erzählt Oswald, der gerade dabei ist, seine Wohnung in Dornbirn einzurichten. "Die Playstation ist schon da (lacht). Und meine Freundin kommt dann auch am Wochenende und bringt noch ein paar Sachen mit."

Professionelle Bedingungen im Ländle

Auch die Rahmenbedingungen in Vorarlberg haben Oswald überzeugt: "Das Trainingszentrum, die Leute, die hier arbeiten - es ist wirklich alles sehr professionell und für die Spieler optimal. Das braucht es, um am Ende des Tages erfolgreich zu sein."

Der Saisonstart der Altacher war vielversprechend. "Ich glaube, dass sie die letzten Jahre eigentlich immer gute Mannschaften gehabt haben, das aber nicht immer auf den Platz gebracht haben. Der Saisonstart war vielversprechend - auch wenn das noch nichts garantiert. Dennoch sieht man, dass mit dieser Mannschaft sehr viel möglich ist."

Blick nach Wien: Rapid auf Titelkurs?

Trotz seines Wechsels hat Oswald seinen Herzensverein Rapid weiterhin im Blick. Einzug in die Ligaphase der Conference League, im ÖFB-Cup eine Runde weiter und in der Bundesliga auf Platz eins. Oswald: "Eigentlich ist alles angerichtet (lacht). Es waren zwar erst fünf Spiele in der Liga, aber ein erster Etappenerfolg. Rapid ist definitiv auf einem guten Weg."