Das letztlich klare Weiterkommen in der zweiten Runde des sächsischen Landespokals bei Siebtligist VfB Zwenkau 02 (7:2) war bereits am Montag kein Gesprächsthema mehr, denn da kam aus dem Krankenhaus die erschütternde Nachricht von Gabriel Figurski Vieiras Kreuzbandriss. Die schwere Knieverletzung hatte sich der Neuzugang von Hertha Zehlendorf am Samstag im Training zugezogen. Ein MRT zu Wochenbeginn gab Sportdirektor Robin Lenk die Gewissheit, dass sich der Anfangsverdacht bestätigt hat. "Das ist wirklich sehr bitter für den Jungen, der uns jetzt bis ins Frühjahr hinein fehlen wird", so Lenk. Der Verein selbst sprach vom Saison-Aus.
In diese Richtung wird es wohl oder übel gehen, was die Frage aufwirft, ob die Schwäne jetzt doch noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden. Cheftrainer Rico Schmitt hatte am letzten Sonntag bereits betont, dass "die Personaldecke nicht allzu üppig" sei. Auf die eigene Transferpolitik angesprochen, wollte sich Lenk noch kein abschließendes Urteil erlauben. Die Eindrücke der Figurski-Vieira-Verletzung seien noch zu frisch und man müsse erst intern beraten. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Westsachsen notgedrungen etwas tun.
„Wir glauben einfach an Cemal, weil er ein absoluter Unterschiedsspieler in der Liga ist.“ (Robin Lenk über Cemal Sezer)
Dabei hatte Lenk just am Deadline Day eigentlich alles in trockenen Tüchern gehabt und mit Cemal Sezer das letzte Puzzlestück in den Kader eingesetzt. "Wir glauben einfach an Cemal, weil er ein absoluter Unterschiedsspieler in der Liga ist. Er ist ein vielseitiger Stürmer, der Bälle festmachen kann, aber auch ein gutes Eins-gegen-eins spielt und einen guten Riecher vor dem Tor hat. Das wird uns definitiv bereichern", sagte Lenk zur Verpflichtung des 29-jährigen Angreifers aus Jena.
Dort war er nach einem starken zweiten Halbjahr 2023/24 auch vielversprechend in die vergangene Saison gegangen, zog sich dann in der ersten DFB-Pokalrunde gegen Bayer Leverkusen eine Kniescheiben-Verrenkung zu und fiel fast ein Jahr aus. Mit der Verletzungshistorie im Hinterkopf beabsichtigen sie, den Angreifer in Zwickau behutsam aufzubauen. Lenk: "Ich muss die Erwartungen ein Stück weit dämpfen. Das heißt, Cemal wird auch mit Sicherheit noch ein paar Wochen, vielleicht sogar ein, zwei Monate brauchen, um wieder so einsatzfähig zu sein, dass er uns dann schlussendlich auch wirklich helfen kann. Wenn das eher geht, ist das umso besser."
Geschlossen in Altglienicke auftreten
In Altglienicke werden es am Freitagabend also die Teamkollegen richten, die zuletzt in der Fremde beim 2:0 in Babelsberg sowie dem 3:3 bei Hertha II überzeugten - und zu Hause seit über einem Jahr ungeschlagen sind. Die VSG ist allerdings eine andere Kragenweite - sportlich wie auch finanziell - meint Chefcoach Schmitt: "Wir können nur über die mannschaftliche Geschlossenheit kommen, weil wir nicht die absoluten Top-Spieler haben, von denen Altglienicke gleich drei, vier, fünf hat - die richtig gut und zugleich erfahrene Fußballer sind. Wir haben die guten Spieler, die aber erst noch ihre Erfahrungen generieren und sich entwickeln müssen. Altglienicke ist vielleicht etwas unter dem Radar, aber das ist eine Spitzenmannschaft der Regionalliga."