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Phönix Lübeck: Ein kleiner Dämpfer, aber durchaus weiter Ambitionen

kicker

Am 16. Juni startete der 1. FC Phönix Lübeck in die Vorbereitung auf die Spielzeit 2025/2026 in der Regionalliga Nord, bestritt in dieser u.a. Testpartien gegen den dänischen Zweitligisten Kolding IF oder auch gegen den Drittligisten Hansa Rostock. Zudem absolvierten die Adlerträger, wie schon in den Jahren zuvor, ein Trainingslager in Sternberg (Mecklenburg). Dort feilte Dinalo Christiano Adigo (53) nicht nur an fußballerischen Komponenten, sondern legte auch viel Wert darauf, dass der veränderte Kader auch menschlich zusammenwächst.

Schaut man auf den Start, zumindest die ersten zwei Auftritte in der Regionalliga, kann man durchaus sagen: Das hat funktioniert! Das Team des in Cotonou (Benin) geborenen Cheftrainers fuhr zwei deutliche Siege ein. Dem 5:2 beim SC Weiche Flensburg 08 zum Auftakt ließen die Hansestädter ein 5:0 gegen Blau-Weiß Lohne folgen. Am Sonnabend allerdings gab es nach einem frühen Platzverweis für Joshua Krüger mit dem 0:2 gegen Eintracht Norderstedt einen kleinen Dämpfer.

"Die Ursache für die Niederlage war nicht nur die Unterzahl, sondern auch die frühe Verletzung von unserem etatmäßigen Torjäger Jonathan Stöver. Das war natürlich ein Rückschlag, den wir verkraften mussten. Ich bin auch kein Freund davon, den Unparteiischen die Schuld in die Schuhe zu schieben, aber ich muss ehrlich sagen: Die haben das Spiel dann einfach verpfiffen", sagt Adigo und fügt an: "Die Verletzung, dann die Rote Karte, die nicht mal Gelb war, weil unser Spieler klar den Ball gespielt hat. Es ist aber, wie es ist. Die Schiedsrichter haben es ja auch nicht einfach."

Die dann folgende Niederlage bewertet er nicht über: "Wir haben alles reingeworfen, wollten dann unbedingt mit einem 0:0 in die Pause gehen, um uns zu sortieren. Das ist uns leider nicht gelungen. Bei diesen tropischen Temperaturen, mit einem Mann weniger - das hat sich doch mehr als bemerkbar gemacht. Es ist schade, dass wir nicht punkten konnten, aber es ist kein Beinbruch, es geht für uns ganz normal weiter."

Kein Zufall

Mit der trotzdem bisher ordentlichen Ausbeute von sechs Punkten und bereits zehn erzielten Toren mischt der 1. FC aber weiter im Klassement ganz oben mit. So richtig überraschend kommt das nun aber auch nicht. Während beim Stadtnachbarn VfB Lübeck finanziell kaum was möglich ist, der Etat für den kleinen Kader der Grün-Weißen beläuft sich auf rund 550.000 bis 600.000 Euro, kann man am Flugplatz schon eher aus dem Vollen schöpfen.

Gerüchten zufolge, die mit Blick auf den zusammengestellten Kader nicht so ganz aus der Luft gegriffen sein können, umfasst der Etat wohl tendenziell das Zwei- bis Dreifache im Vergleich zum Nachbarn von der Lohmühle. Es gibt keine offiziellen Angaben vom Verein dazu. Der Geldgeber schlechthin ist neben einem "Sponsorenpool" ein ehemaliger Kicker der Adler und ehemaliger Unternehmer (SLM Solutions): Hans-Joachim Ihde (79), dessen Enkel Anton Ihde (22) jüngst bei Phönix seinen Viertliga-Vertrag bis 2027 verlängerte, beendete 1972 seine aktive Laufbahn am Flugplatz, speist nun seit vielen Jahren mit einer sechsstelligen Summe pro Saison den Liquiditätstopf an der Travemünder Allee.

Dazu gesellt sich als "Gönner" auch noch Matthias Kurtz (Unternehmer aus Hamburg), der sich zwischenzeitlich sogar als Athletiktrainer beim 1. FC eingebracht hat, und dessen Sohn Linus (18) ebenfalls im Kader der Spielzeit 2025/2026 steht.

Qualität

Zusammengefasst ist es so auch nicht wirklich verwunderlich, dass nach den Abgängen einiger Leistungsträger im Sommer - etwa Corvin Bock (FSV Frankfurt), Johann Berger (TSV Havelse), Obinna Iloka (SC Weiche Flensburg 08), Leander Fritzsche (BFC Dynamo), Kevin Ntika (SC Weiche Flensburg 08) oder auch Yevgenij Obushyni (Eintracht Norderstedt) - relativ problemlos ein neues Team zusammengestellt werden konnte.

Von den Neuen fügt sich bislang etwa Mittelfeldspieler Michel Dammeier sehr gut ein, erzielte bereits zwei Treffer in drei Partien. Der 21-Jährige wechselte von Drittligaabsteiger Hannover 96 II zu den Nordlichtern.

Doch auch über die Grenzen Deutschlands hinaus wurden die Adler im Sommer fündig. Die beiden Brüder und Neuzugänge, Julian Markvoort (FC Victoria Rosport) und Philippe Markvoort (SC Telstar U 21/NL), weisen luxemburgische Wurzeln auf. Ebenso wie Keeper Tim Kips, der allerdings von Erzgebirge Aue (3. Liga) den Weg nach Lübeck fand. Jüngst wurde in der Hansestadt auch noch die Verpflichtung von Rechtsaußen Aristidis Andrikopoulos (19) vermeldet. Der U-19-Nationalspieler von Griechenland hat sein fußballerisches Rüstzeug bei AEK Athen erhalten.

"Es liegt aber nicht nur daran, dass wir Geld haben, sondern auch daran, dass wir in den vergangenen Jahren versucht haben, Spieler zu finden, die zu uns passen und nicht unbedingt im Fokus anderer Vereine stehen", ordnet Adigo ein. "Es ist uns dabei auch gelungen, die Spieler weiterzuentwickeln - auch weil ich versuche, Spieler auch auf anderen Positionen einzusetzen als gewohnt. Genau so wollen wir es auch in dieser Saison machen. Doch auch für uns ist es immer wieder eine Herausforderung, wir müssen weiterhin viel arbeiten und versuchen, das Beste herauszuholen."

Es geht nach Hannover

Der 1. FC Phönix Lübeck, der übrigens nach einem Sieg beim Oberligisten SV Eichede (4:3 n. E.) bereits im Finale des schleswig-holsteinischen Landespokals steht, somit weiterhin mit einer Teilnahme 2026 im DFB-Pokal liebäugeln darf, muss am Sonntag (17.8.) wieder ran. Das dann beim Aufsteiger HSC Hannover an der Constantinstraße (15 Uhr).

sr