Denn für Portugal war es das erste Länderspiel nach dem tragischen Tod von Diogo Jota, der Anfang Juli bei einem Autounfall ums Leben gekommen war.
Und man kann es wohl kaum anders als eine himmlische Fügung nennen, dass ausgerechnet in der 21. Minute Cristiano Ronaldo das Führungstor für Portugal erzielte. Denn Diogo Jota lief für den Europameister von 2016 mit eben dieser Rückennummer auf, und die Zuschauer im Republican-Stadion hatten sich in Gedenken an Diogo Jota bereits von ihren Sitzen erhoben und Applaus gespendet. In genau dieser emotionalen Atmosphäre hinein erzielte CR7 mit einem tollen Distanzschuss das zwischenzeitliche 2:0.
"Es zeigt, dass er (Diogo Jota; d.Red) bei uns ist, dass er in diesem Moment bei uns war und Ronaldos Tor möglich gemacht hat", sagte Linksverteidiger Nuno Tavares: "Er wird immer bei uns sein, das wurde heute deutlich." Das Spiel stand ganz im Zeichen der Erinnerung an Diogo Jota. Viele Fans - nicht nur jene der Portugiesen - trugen Jota-Trikots, etliche Banner mit dessen Namen oder Konterfei waren an den Zäunen zu sehen. Vor dem Anpfiff wurde eine Schweigeminute abgehalten, als Joao Cancelo in der 32. Minute zum 3:0 traf, zelebrierte er den von Diogo Jota kreierten "Spielkonsolen"-Jubel.
Portugal trotzte den Umständen und zeigte eine beeindruckende Vorstellung. Die weiteren Tore zum auch in dieser Höhe verdienten 5:0-Erfolg erzielten Joao Felix (10., 61.), auch Cristiano Ronaldo traf in seinem 222. Länderspiel noch ein zweites Mal (46.) und stockte seine Bilanz damit auf 140 Treffer im Nationaltrikot auf.
Portugal wurde damit seiner Favoritenrolle gerecht und setzte sich in der Gruppe F gleich mal an die Spitze. Am Dienstag (20.45 Uhr) sind die Portugiesen in Ungarn gefordert und gehen als Favorit in die Partie im Puskas-Stadion. Denn der ebenso jähe wie viel zu frühe Tod ihres Mitspielers ist für CR7 & Co. auch eine Quelle der "Stärke und Inspiration", wie Nationalcoach Robero Martinez im Vorfeld sagte. Und diese zusätzliche Motivation soll Portugal nicht nur über die WM-Qualifikation hinweg tragen, sondern auch bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. "Denn Diogo wollte die Weltmeisterschaft gewinnen."