Zu Wochenbeginn steht zunächst die obligatorische Leistungsdiagnostik auf dem Programm, am Mittwoch bittet da Silva Félix das Team gemeinsam mit seinem ebenfalls neuen Assistenten Marco Beier (30/zuletzt 1. FC Düren) erstmals am Wiehen auf den Trainingsplatz. "Die Vorfreude ist riesig. Die gesamte Arbeit, die im Vorfeld geleistet wurde, hat bereits sehr viel Spaß gemacht", betont der neue SVR-Trainer im kicker-Gespräch.
Mit dem aktuellen Stand der Kaderplanung zeigt sich Dennis da Silva Félix, der mit einem Kader von 20 Feldspielern und drei Torhütern plant, "sehr zufrieden". Kein Wunder! Schließlich sind trotz eines erheblichen personellen Umbruchs mit bislang 14 Abgängen nur noch wenige Planstellen im künftigen Aufgebot zu besetzen. Priorität haben dabei ein Mittelstürmer und ein Linksverteidiger, wobei auch hier die sportliche Leitung um Alexander Müller (39) offenbar schon ganze Arbeit geleistet hat. So wurde bereits am Montag mit der Vertragsunterschrift eines Drittliga-erfahrenen Angreifers gerechnet. Am Abend verkündete der Klub schließlich die Verpflichtung von Eduard Probst (SC Verl). Dazu werden zwei Kaderplätze für junge Leihspieler freigehalten, die wohl erst im weiteren Verlauf der Transferperiode zum Team stoßen werden.
Ohnehin hatten die Ostwestfalen eine Verjüngung des Aufgebots im Blick. So wurden neben den schon gestandenen Angreifern Cottrell Ezekwem (26/Rot-Weiß Oberhausen), Benyas-Solomon Junge-Abiol (25/FC Würzburger Kickers) und Niklas Szeleschus (28/SC Wiedenbrück), Innenverteidiger Viktor Miftaraj (24/1. FC Düren) sowie den Mittelfeldspielern Julian Schwermann (25/Alemannia Aachen) und Allan Firmino Dantas (28/FC Gütersloh) auch junge Talente wie Marius Bauer (22/1. FC Kaiserslautern II), Lennox Afolabi (18/Arminia Bielefeld U 19) und zuletzt Leonard Köhler (18/VfL Wolfsburg U 19) aus Nachwuchsabteilungen von Profiklubs verpflichtet.
Gute Mischung im Team
"Wir haben schon jetzt jede Position doppelt besetzt und einen guten Mix aus talentierten und gestandenen Spielern", meint Neu-Trainer da Silva Félix, der auch nach Rödinghausen umziehen wird. Während er auf dem Platz spielerische Lösungen mit technisch starken Akteuren und eine offensive Spielweise mit möglichst viel Dominanz bevorzugt ("Da kommen meine portugiesischen Wurzeln durch."), gibt sich der A+-Lizenz-Inhaber bei der Frage nach dem Saisonziel eher defensiv und möchte ganz bewusst keine bestimmte Vorgabe formulieren. "Grundsätzlich wollen wir in jedes Spiel gehen, um es zu gewinnen und unsere bestmögliche Leistung abzurufen", formuliert Dennis da Silva Félix - und ergänzt: "Es geht darum, bei uns zu bleiben und uns auf unsere Performance zu fokussieren. Was die Konkurrenz macht, darauf haben wir schließlich keinen Einfluss."
Klar ist: Obwohl der SV Rödinghausen zuletzt mit Rang 5 eine der besten Platzierungen in der Vereinsgeschichte erreicht hatte, war der Verein mit dem äußerst wechselhaften Saisonverlauf alles andere als zufrieden. Vor allem die - sowohl über die Liga-Platzierung als auch im Westfalenpokal - knapp verpasste Qualifikation für den DFB-Pokal schmerzt. Von daher ist die Hoffnung schon groß, mit dem neuen Trainer zumindest konstant im oberen Tabellendrittel mitzumischen.
Grundsätzlich hat Dennis da Silva Félix, der mit der U 17 des VfL Wolfsburg unter anderem 2023 deutscher Vizemeister wurde, vor dem Start seiner ersten "Mission" im Männerbereich hohe Ansprüche an sich und seine Arbeit. "Das Projekt beim SV Rödinghausen ist sehr spannend", stellt er klar. "Es ist mein persönliches Ziel, hier erfolgreich zu sein und meine Spuren zu hinterlassen."