Stefan Posch will seiner Karriere in Italiens Serie A bei Como neuen Schwung verleihen. "Die Ambitionen sind groß", sagte der ÖFB-Verteidiger über den Klub aus der Lombardei, der im Sommer mehr als 100 Mio. Euro auf dem Transfermarkt ausgegeben hat. Eine wichtige Rolle beim Wechsel des Steirers von Bologna zu Como spielte Trainer Cesc Fabregas, der sich schon im Winter um ihn bemüht hatte. Posch: "Er war früher mal einer meiner Lieblingsspieler, als er bei Arsenal war."
Auch als Trainer schätze er Fabregas sehr. "Man sieht, was dort gerade stattfindet, wie sie spielen. Es ist ein sehr, sehr interessantes Projekt, das da gestartet worden ist." Como steht seit 2019 im Besitz der indonesischen Tabak-Milliardäre Robert und Michael Hartono. Einen Minderheitsanteil hält neben Fabregas auch dessen früherer Arsenal-Teamkollege Thierry Henry. Der Klub stieg erst im Vorjahr in die höchste Spielklasse auf, wurde dort in der vergangenen Saison Zehnter.
Große Kader, viel Konkurrenz
Fabregas setzt auf ein 4-2-3-1-System. Posch, für den nach einem Jahr Leihe 5,5 Mio. Euro Ablöse fällig werden, ist laut eigenen Angaben sowohl als Innen- als auch als Rechtsverteidiger vorgesehen. Der nach einer Leihsaison für 5 Mio. Euro von Salzburg fix verpflichtete Ignace van der Brempt scheint im großen Kader rechts hinten sein Hauptkonkurrent. Der Belgier hat sich am Wochenende allerdings eine Muskelverletzung zugezogen.
Posch spielt seit 2022 in Italien. "Das erste Jahr war überragend von den Scorerpunkten, das zweite auch top mit der besten Serie-A-Saison des Klubs und der Qualifikation für die Champions League", resümierte der 28-Jährige die ersten beiden Spielzeiten in Bologna. Mit einem Trainerwechsel verlor Posch im Sommer 2024 seinen Stammplatz, bei einem Leihengagement im Frühjahr bei Atalanta Bergamo verletzte er sich früh.
Verbleib wäre "kein Weltuntergang" gewesen
Den gesamten Sommer über sondierte Posch den Markt, ehe es am Transferschlusstag noch mit dem Wechsel klappte. "Es wäre jetzt kein Weltuntergang gewesen, wenn ich in Bologna geblieben wäre", meinte der frühere Hoffenheim-Profi. "Es war jetzt nicht so, dass es um Leben oder Tod geht."
Eine leichte Nervosität war beim Poker aber dabei, gestand Posch. Er hätte schon früher zu einem anderen Klub wechseln können. "Das hat für mich aber nicht 100-prozentig gepasst. Jetzt ist es für mich ein gutes Gefühl, zu wissen, da entsteht ein neues Projekt, ich habe neue Motivation und kann Gas geben. Ich kann es kaum abwarten." Nach dem aktuellen Länderspiel-Fenster gilt es, in Como schnellstmöglich ein Haus oder eine Wohnung zu finden.
ÖFB-Training in Vollbesetzung
Posch war nach dem Abschluss seines Transfers am Montagabend im ÖFB-Camp in Windischgarsten eingetroffen. Ins Training stieg er am Dienstag ein. Die Mittwoch-Einheit vor dem WM-Qualifikationsspiel am Samstag (20.45 Uhr LIVE! bei kicker) in Linz gegen Zypern absolvierte die Auswahl von Teamchef Ralf Rangnick erstmals in voller Kaderstärke von 26 Mann. Offensivmann Romano Schmid, den zuletzt leichte Nackenprobleme geplagt hatten, war ebenfalls auf dem Rasen.
Die Zyprer wurden am Dienstag und Mittwoch bereits mit dem Team analysiert. "Das ist schon ein unangenehmer Gegner, der auch mal vorne draufgeht", erklärte Posch. "Vorne haben sie schnelle, dribbelstarke Spieler." Ob er in Linz zu seinem 45. Länderspiel kommt, ist offen. Posch: "Jeder Spieler will das Beste für die Mannschaft. Der Trainer wird wissen, was das Beste für die Mannschaft ist. Ich hoffe, dass wir die drei Punkte holen. Das ist die oberste Priorität."