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Randale beider Fangruppen: HFC gegen Chemie beginnt und endet chaotisch

kicker

Am Ende des Chemie-Derbys geriet der Fußball zur Nebensache, kam es zu Randale im Leuna-Chemie-Stadion. 0:0 trennten sich der Hallesche FC und die BSG Chemie Leipzig am Freitagabend unter Flutlicht in der Regionalliga Nordost. Unmittelbar nach dem Abpfiff eskalierte die Lage.

Anhänger der BSG warfen Böller und schossen Leuchtraketen auf das Spielfeld und in Richtung der Heimblöcke, wo Familien mit Kindern sitzen. Schon vor Spielbeginn hatten sie mit dem Abschießen von Pyrotechnik provoziert, wodurch es zu ersten Auseinandersetzungen mit Fans des HFC kam. Die Polizei marschierte auf.

Nach dem Spiel regierte zunächst aber das Chaos. Hallesche Anhänger stürmten auf das Spielfeld, versuchten in Reaktion auf die Aktionen der BSG-Fans in Richtung des Gästeblocks zu gelangen. Dabei kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen mit Leipziger Spielern, Jagdszenen. Das Gästeteam verließ den Rasen fluchtartig, laut Trainer Adrian Alipour wurde keiner seiner Spieler verletzt. Erst der massive Aufmarsch behelmter Polizei beendete die Randale.

Die Beamten sprachen in einer ersten Stellungnahme von mindestens drei Verletzten, sie ermitteln wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Beide Vereine verurteilten die Szenen, kündigten Aufarbeitung an. Zumal es bereits im April, beim letzten Aufeinandertreffen, zu Randale gekommen war.

Deutliche Kritik von Schröder

Sportlich endete das Derby für den HFC enttäuschend. Der Tabellenführer hatte seine ersten sechs Spiele gewonnen, die BSG Chemie als Letzter bisher nur Niederlagen gesammelt. Die Rot-Weißen bekamen vor 12.166 Zuschauern ihre individuelle Qualität aber nicht auf den Rasen, ließen sich auf das Niveau der wacker kämpfenden Gäste herunterziehen. Es fehlten Bewegung ohne Ball, Tempo und Passgenauigkeit. Vor dem Tor agierte der HFC zu umständlich. "Wir können nicht zufrieden sein, da wir sehr fahrig in der Ballbesitzphase waren, schlechte erste Kontakte hatten", sagte Trainer Robert Schröder.

Chancen auf den Sieg hatte der HFC dennoch genug, allesamt nach Eckbällen: Bocar Baro traf das leere Tor nicht, Niklas Landgraf die Latte, Lucas Ehrlich köpfte aus drei Metern Torentfernung den Leipziger Torwart an. "Standards können ein Dosenöffner sein, wir schaffen es aber nicht, aus drei Metern das Tor zu treffen", ärgerte sich Schröder. "Eine der Chancen muss rein."

Schon beim 3:0 im Landespokal gegen den Sechstligisten SSC Weißenfels in der Vorwoche hatte sich der HFC nach dem perfekten Ligastart schwergetan, spielerisch nicht überzeugt. Das setzte sich gegen Leipzig fort. "Wir haben Arbeit vor uns", sagte Schröder.

Trio wird schmerzlich vermisst

Gegen die BSG zeigte sich das Fehlen von Pascal Schmedemann, Fabrice Hartmann und Julien Damelang deutlich. Verteidiger Schmedemann, der sich einen Innenbandanriss im Knie zugezogen hat, war in den ersten Saisonwochen der beste Spieler des HFC, überzeugte auch mit seiner Spieleröffnung. Die Flügelstürmer Hartmann und Damelang mussten wegen muskulärer Probleme zuschauen. Ohne das Duo fehlte es im letzten Drittel an Tempo und Überraschungsmomenten im Eins-gegen-Eins gegen die tiefstehenden Leipziger, die nicht eine ernsthafte Torchance hatten.

Zumindest Damelang könnte am Mittwoch wieder mitwirken, wenn der HFC auswärts auf den Chemnitzer FC trifft. Dann wird der Fußball hoffentlich wieder die Hauptrolle spielen. Spannend wird die Reaktion der Hallenser auf den ersten Punktverlust sein.