Mit einem 4:1-Sieg über die WSG Tirol hat der SK Rapid einmal mehr unter Beweis gestellt, dass in dieser Saison mit den Grün-Weißen zu rechnen sein wird. Wurmbrand, Mbuyi, Cvetkovic und der neue Tilio ließen das Weststadion jubeln. Und auch den Treffer der Tiroler erzielte quasi ein Rapidler. Denn ausgerechnet Benjamin Böckle, der von Rapid an die WSG verliehen wurde, gelang der zwischenzeitliche Anschlusstreffer. "Es war ziemlich komisch, weil niemand gejubelt hat, aber ich bin froh, dass ich ein Tor gemacht habe", sagte der 23-Jährige nach der Partie zu Sky und kannte auch den Grund für die Niederlage seiner Mannschaft: "Uns hat der Mut gefehlt."
Bei Rapid herrscht nach dem neuerlichen Sieg weiter Jubelstimmung. Geschäftsführer Steffen Hofmann sagte bereits in der Pause der Partie: "Im Moment sind wir in einem absoluten Hoch. Natürlich macht es Freude, zuzuschauen. Das macht das Arbeiten einfacher." Doch der grün-weiße Rekordspieler trat auch in gewohnter Manier auf die Euphoriebremse: "Wir stehen erst am Anfang einer langen Saison."
Stöger über Kühbauer: "Kann die Grüße nur retourgeben"
Auch Cheftrainer Peter Stöger musste sich einmal mehr der Titelfrage stellen, nachdem unlängst auch Dietmar Kühbauer Rapid zum großen Mitfavoriten ernannt hat. "Mein burgenländischer Freund und Kollege vom WAC hat uns ja groß angekündigt. Ich kann die Grüße nur retourgeben. Wer Salzburg 3:1 schlägt, ist natürlich auch Titelkandidat", schmunzelt Stöger und nennt auch die weiteren, üblichen Verdächtige im Meisterrennen: "Sturm ist es natürlich sowieso. Über Salzburg brauchen wir gar nicht reden."
„Den hab' ich schön gefressen (lacht).“ (Rapid-Trainer Peter Stöger über den Kopf-Treffer kurz nach Spielbeginn)
Stöger will sich ob des grün-weißen Erfolgslauf nicht verrückt machen. "Wir machen unser Ding so gut es geht. Mehr ist es nicht", meinte der Wiener. "Es geht gerade sehr schnell nach oben, es kann aber in alle Richtungen sehr schnell gehen." Der Rapid-Trainer stand beim WSG-Spiel nach wenigen Minuten selbst im Zentrum. Nach einem Zweikampf an der Seitenlinie landete der Ball wuchtig auf Stögers Kopf. Kappe und Brille flogen davon. "Den hab’ ich schön gefressen (lacht)", nahm es Stöger nach Spielende mit Humor.