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Rassismus im Amateurfußball: Neue Vorfälle im Erzgebirge und Ostwestfalen

kicker

Eigentlich sollte es sich mittlerweile herumgesprochen haben, eigentlich sollte der gesunde Menschenverstand es einem Tag für Tag vorgeben: Rassismus hat auf dem Fußballplatz nichts verloren, auch generell nicht im Leben. Doch der deutsche Amateurfußball ist mit zwei neuen Fällen konfrontiert.

In der ersten Runde des Erzgebirgspokals ging es am Sonntag zwischen dem SV Fortuna Niederwürschnitz (Kreisliga A) und dem SV Auerhammer (Kreisoberliga) ins Elfmeterschießen. Schon während der vorangegangenen 120 Minuten seien Spieler des SVA von einzelnen Heimfans rassistisch beleidigt worden. "Nach diesen Vorfällen wandten sich unser Kapitän, Trainer und Funktionsteam an den Linienrichter und machten deutlich, dass wir das Spielfeld verlassen würden, sollte es erneut zu solchen Entgleisungen kommen", teilte Auerhammer anschließend in einer Stellungnahme mit. Und so kam es auch, im Elfmeterschießen folgten angeblich neue Beleidigungen, die Gäste gingen vom Feld.

Gegenüber der Freien Presse erklärte Niederwürschnitz-Abteilungsleiter Mario Kinder, dass er zu weit weg gestanden und somit nichts mitbekommen habe. "Aber für die Zuschauer können wir leider nichts. Das ist schwer zu verhindern", schob Kinder hinterher. Trainer Steven Enge war seiner Aussage nach auf das Spiel fokussiert und gab zu bedenken: "Mein Team kann nichts dafür." Nun muss der Verband über das abgebrochene Pokalspiel entscheiden.

Ein Zeichen der Mannschaft

Im ostwestfälischen Lippstadt hingegen zog sich auch der Verband den Unmut zu. Aber der Reihe nach: Beim Spiel der Kreisliga C zwischen dem SC Lippstadt II und der SG Eikeloh/Bökenförde verließen die Gäste in der 74. Minute geschlossen das Feld. Vorausgegangen waren angeblich rassistische Beleidigungen gegen einen SG-Akteur. Der örtlichen Tageszeitung Der Patriot schilderte Eikeloh-Trainer Marc Polder: "In der Vergangenheit sind Beleidigungen dieser Art gegenüber unserem Spieler, der ein lieber, netter Kerl ist, leider desöfteren vorgekommen. Als Mannschaft haben wir daraufhin beschlossen, sollte sich so ein Vorgang noch einmal wiederholen, dass wir geschlossen den Platz verlassen."

Der Kreisvorsitzende des Verbands, Jürgen Niggemeyer, machte anschließend deutlich, dass er von Spielern und Trainern erwarte, dass sie sich auf dem Platz benehmen. Dass die SG Eikeloh/Bökenförde das Spiel eigenmächtig abbrach, kommentierte Niggemeyer laut Der Patriot im Hinblick auf die Statuten als "nicht positiv". Eine Aussage, die Kritik hervorrief.

Jürgen Henne, Abteilungsleiter beim SC Lippstadt, sei am Sonntag selbst nicht beim Spiel gewesen und teilte nach einigen vereinsinternen Telefonaten mit, dass die Mehrheit der Spieler, Trainer und Betreuer von den vorgeworfenen rassistischen Beleidigungen aus dem Zuschauerbereich nichts mitbekommen hätte. Auch dieser Vorfall muss nun aufgeklärt werden, der Verband trägt nach eigener Aussage derzeit alle Fakten zusammen.